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Geschichte der Deutschen in Syracuse und Onondaga County
Nebst Kurzen Biographien
von Beamten und Hervorragenden Buergern


Von 1870-1880
[From 1870 to 1880]

English translation at the bottom of this page


[pages 193-215:]


Das Jahr 1870 fand die Deutschen in Syracuse, als Gesammtheit betrachtet, vielleicht in besserer Verfassung, als dies seitdem der Fall gewesen ist. Die Stadt hatte in den 60er Jahren sich ungemein entwickelt. Die Nordsalinastrasse war gut angebaut, mit ansehnlichen Geschäftshäusern, und auch Butternutstrasse und Umgebung zeigten verheissungsvolle Anfänge zukünftiger Grösse in Gestalt von rein deutschen Niederlassungen. Unter diesen waren "Schwobenland" und "Schwitzerland" dieie bedeutendsten. Hier hatten sich alte Ansiedler niedergelassen um Heimstätten zu gründen, und dass dabei der Zusammenschluss der Landsmannschaften grell zu Tage trat, lag im Charakter derselben begründet. Schwobenland lag in der Umgebung von Butternut- und Parkstrasse und war namentlich an Sonntagen ein Sammelpunkt für alle Deutsche, welche Vergnügen und Erholung zusammen geniessen wollten. Wöse’s Theater, Kaiser’s Grove und zahlreiche Wirthschaften, wie Gallster’s und "Immerdurstig’s" (Schmidt’s) boten reichliche Gelegenheit dazu. Schwitzerland, oder Schwitzer-Hill, lag in der Gegend von Seward- und Alvordstrasse und wurde von der Stadt aus auf einem Pfad erreicht, der von Jamesstrasse aus, an dem Rose Hill-Kirchhof vorbei, dahin führte. Hier wohnten namentlich die Schweizer. Der Hauptort für Vergnügungen bestand hier in einem Wirthshaus mit Tanzlokal. Das jüngere Element aus Schwabenland und Schwitzerland lebte natürlich in beständiger Fehde, etwa wie vor 2000 Jahren ihre Vorfahren, die Sueven und Helvetier. Nach Vorväter Weise fochten sie ihre Kämpfe auch mit primitiven Geschossen aus, nämlich mit Steinen. Und wenn in heissem Kampfe die Wagschale des Kriegsglücks nach der einen oder andern Seite sich neigte, kamen Hülfstruppen auf die Wahlstatt, in Gestalt der Alt-Schweizer und Alt-Schwaben. Die Hüter der öffentlichen Ordnung waren diesem Rassenkampf gegenüber machtlos, weil der einzige Konstabler für diese Umgegend sich nicht gewachsen fühlte, verhindernd in die Feindseligkeiten einzugreifen. O die guten alten Zeiten!

Das deutsche Theater in der Turnhalle gab um diese Zeit regelmässige wöchentliche Vorstellungen, die gut besucht wurden. Im grossen und ganzen ging es friedlich unter den Deutschen zu. Da brach das Kriegsunwetter in Europa los und man wartete hier mit gespannter Aufmerksamkeit auf die Entwickelung des gewaltigen Riesenkampfes. Die überseeische Telegraphen-Verbindung brachte die Nachrichten vom Kriegsschauplatz ebenso schnell hierher, wie sie in Deutschland selbst bekannt wurden. Die waschächten Yankees sympathisirten anfangs mehr mit den Franzosen und würden es ganz gern gesehen haben, wenn das Kriegsglück diesen hold gewesen wäre. Es kam jedoch anders, und mit ächt amerikanischer Geschmeidigkeit jubelte man nun auch ihrerseits dem Sieger Beifall zu. Es liegt ja in der Natur des Amerikaners, sich immer auf Seiten der brutalen physischen Uebermacht zu schlagen, sei es nun in einem Preiskampf zwischen professionellen Raufbolden, Hunden, Hähnen oder Nationen, unbekümmert um den moralischen Werth der Sache. Kennzeichnend für den Umschwung der Amerikaner ist eine Auslassung der "Cincinnati Times" vom Januar 1871: "Es ist nicht nöthig, Zeit und Athem mit Verwünschungen der Preussen zu verlieren, da wie unser eigener General Sherman sagte und bewies, "Krieg Krieg ist" und da der Feind sich unterwerfen kann, wenn er dies Alles nicht länger zu ertragen vermag. Die Deutschen sind gegenwärtig die herrschende Macht der Welt. Sie nehmen Besitz von der civilisirten Welt. Jede Rasse will ihren Tag haben, und der Tag der Deutschen erhebt sich zu seinem Mittagsglanze. In diesem Lande sind sie bereits so stark geworden, dass sie innerhalb 20 Jahren unsere politischen Institutionen controlliren und unsere social- moralischen Erziehungsgesetze diktiren werden." Dass diese Prophezeiung nicht in Erfüllung ging, das ist die Schuld der kleinlichen deutschen Eifersucht im allgemeinen, und der Selbstsucht der ehrgeizigen und eingebildeten, aber geistig beschränkten deutschen Peanut-Politiker, denen es nur darum zu thun ist, durch den Einfluss der deutschen Wähler sich selbst zu bereichern und zu Ansehen zu gelangen. Als Schlag auf Schlag der Draht von deutschen Siegen berichtete, da erfüllte unendlicher Jubel auch die Herzen der Deutschamerikaner. Die deutsche Presse von Syracuse brachte ihren Lesern genaue telegraphische Berichte, ohne dieselben editoriell zu kommentiren. Und als der Kampf beendet und zu Gunsten Deutschlands entschieden war, da tauchte auch sofort der Vorschlag zur Feier eines Friedensfestes auf. Grösser als die Freude über die glorreichen Siege war aber noch diejenige über das wiedererstandene neue Deutsche Reich, wenn gleich dasselbe auch nicht völlig den Ideen der alten 48er entsprochen haben mochte, wie es ihnen in ihren jugendlichen Träumen vorgeschwebt hatte.

Der im Jahre 1869 gegründete Schützenverein erliess am 18. März 1871 einen Aufruf an alle hiesigen Vereine zu einer allgemeinen Versammlung am Sonntag den 26. März in der Turnhalle, um über die Vorbereitungen zu einem Friedensfest zu berathen. Dieselbe fand, unter dem Vorsitz von Wilh. Dopffel, sr., statt und 20 Vereine, Logen, u. s. w. waren vertreten. Ein Komitee von 7 wurde ernannt, um die nöthigen Vorarbeiten zu besorgen. In einer weiteren Versammlung am 28. März wurde beschlossen, die Feier am 1. Mai 1871 abzuhalten. Zu derselben wurden "alle patriotisch gesinnten Deutschen, ohne Unterschied der Person, des Standes und der Religion" eingeladen, mit dem poetischen Zusatz:

"Ob Israelite oder Christ
Ob Katholik, ob Protestant,
Für’s einige deutsche Vaterland!"

In der Zwischenzeit wurde mit fieberhafter Thätigkeit an den Vorbereitungen zu diesem grössten aller deutschen Feste in Syracuse gearbeitet. Selbst die Amerikaner wurden von dem Siegesjubel der Deutschen angesteckt und liessen es an Kundgebungen ihrer Sympathie an jenem Tage nicht fehlen. Die Wichtigkeit des Festes verlangt, dass ein Bericht darüber ausführlich auf die Tafeln der Geschichte des hiesigen Deutschthums eingegraben werde.

DAS FRIEDENSFEST.

Die Vorfeier wurde am Sonntag, den 30. April, in allen hiesigen deutschen Kirchen mit passenden Predigten gefeiert und in den Synagogen am Samstag vorher.

Die Haupfeier fand am Montag statt. Schon bei der Morgendämmerung verkündigte Kanonendonner den Beginn der Friedensfeier. Durch alle Strassen drängte sich das Volk nach der Turnhalle und mit jeder Stunde wuchs der Zudrang der Menschen, die aus der Stadt und aus allen Orten der Umgegend herbeigeströmt waren.

Die Stadt prangte in festlichem Gewande, in allen Haupt- und Seitenstrassen wehte das Reichsbanner neben dem Sternenbanner. Von Zeit zu Zeit bedeckte sich der Himmel mit drohendem Gewölk, doch die Sonne vertrieb es wieder und es herrschte das prächtigste Wetter.

Der Festzug formirte sich um 10 Uhr und bewegte sich durch folgende Strassen: Von der Turnhalle bis Ash, nach McBride, nach Division, nach Townsend; von Townsend nach Lodi; durch Lodi und Salina bis Court; von Court zu Lodi nach Salina; durch Salina bis Jefferson nach Fayette Park in Genesee; von hier nach Warren; durch diese bis James und hinauf bis Townsend; durch diese bis Butternut; durch diese und Park zum Festplatz nach Greenway’s und O’Hara’s Grove.

Ueberall sah man Transparente mit passenden poetischen Inschriften, wie: "Einigkeit macht stark!" u. s. w. Triumphbögen in grosser Zahl waren längs der Marschroute errichtet. Der Zug war in folgender Weise formirt:

Erste Division.

Hülfs-Marschälle, Oberst Nich. Grumbach; Feuerwehr Chef-Ingenieur, Nich. Eckel; Chef-Marschall, Oberst John Demong; Adjutanten, Capt. Jakob Knapp und Lieut. Mich. Rautenberg. Schwadron Kavallerie, 50 Mann, unter dem Commando von Capt. M. Auer; Schützenverein, Jakob Mantel, Präsident, 30 Mann. Abtheilung Polizei, 24 Mann, unter Anführung von Chef Davis und Capt. Seeley. Miller’s Musikcorps. Lilly Post No. 66, G. A. R., unter dem Commando von Jakob Schwarz 73 Mann und 8 Fahnen. Ferner folgende Militär-Compagnien unter dem Commando des Majors H. C. Allewelt: Sappeure und Mineure des 51. Regiments, Capt. Johann Geyer; Comp. D, 49. Regiment von Auburn, Capt. Fred Hague, 55 Mann; Comp. H, 51. Reg., Capt. Pollmann, 24 Mann; Comp. B, 51 Reg., Capt. Johann Haberer, 32 Mann; Comp. F, 51. Reg., Capt. Thomas Ryan, 40 Mann; Westcott Zouaven, Capt. Thomas Ryder, 33 Mann; Comp. E, 51. Reg., Capt. Miller, 30 Mann; Comp. G, 51. Reg., Capt. H. Michels von Liverpool, 40 Mann; Independent Zouaven, Capt. Poole, 45 Mann. Wagen mit 4 Pferden, in welchem Seine Majestät "Kaiser Wilhelm" (Johann Winter), "Kronprinz" (August Miller), "General Moltke" (Heinrich Wöse) und "Graf Bismarck" (Heinrich Klube) dargestellt waren. Wagen mit 4 Pferden, enthaltend die allegorische Darstellung: "Der deutsche Michel." Präsident des Tages, Festredner, Stradträthe, Arrangements-Comitee und die Redakteure der deutschen Presse in Kutschen.

Zweite Division.

Assistenz-Marschälle: Jakob Oswald und August Falker. Pearson’s Musikkorps. Central City Steamer Co. No. 2, 24 Mann, Capt. Karl Demong; Haken- und Leiter-Comp. Central City No. 1, 30 Mann; Lessing Loge No. 163, Odd Fellows, 82 Mann; Jakob’s Loge, 40 Mann; St. Joseph’s Verein, 44 Mann; Turnverein, 100 Mann, mit Musikkorps; "Hermann der Deutsche", (Eduard Schäfer); Benedikt Häberle, decorirter Brauereiwagen; Wagen mit 4 Pferden, enthaltend "Barbarossa"; Wagen mit weissgekleideten Mädchen von Weixelbaum’s Schule; Gesangverein "Liederkranz" mit Wagen; "Germania" Gesangverein von Auburn, A. Ockenfels, Präsident, im Wagen.

Dritte Division.

Assistenz-Marschälle: Capt. A. Mahl und Jakob Wolfram. Skaneateles Musikkorps. Lincoln Loge No. 180, Odd Fellows, 175 Mann; "Concordia" Gesangverein im Wagen; Handwerker Verein, 70 Mann; St. Michael’s Verein, 7 Mann; St. Stephan’s Verein 32 Mann; "Harmonia" Unterstützungs Verein, 42 Mann.

Vierte Division.

Assistenz-Marschall: Lieutenant Franz Yehle. Auburn Musikkorps. Grütli Verein 22 Mann; Hermann Loge vom Harugari-Verein, von Auburn, 124 Mann; Harugari Loge 154 Mann; Arbeiter-Verein, 80 Mann; Quartett Club in Wagen; Martin Luther Loge 45 Mann; Cigarrenmacher Krankenverein, 50 Mann; Metzger-Verein, beritten, mit weissen Schürzen und Aermeln, 50 Mann. Artillerie Bataillone, 24. Brigade, unter dem Commando des Majors Wilhelm Michels.

Hierauf folgten die 117 Ehrenpräsidenten in Kutschen und nach diesen eine grosse Anzahl von Bürgern, ebenfalls in Kutschen. Die deutsche Feuerwehr zeigte sich in vollem Glanze; sie brachte ihre Feuerspritze herrlich verziert im Zuge, worauf sich ein Transparent befand mit der Devise:

"Deutschland muss noch grösser sein!"

Die Veteranen von Lilly Post trugen ihre Uniformen und führten ihre von Kugeln durchlöcherten Fahnen mit sich. Der Triumphwagen wurde von 4 Pferden gezogen. In der Mitte stand der "deutsche Michel" (Herr Eberhardt), die deutsche Fahne haltend; auf der vordern Seite die "Wacht am Rhein" (Fräulein Franziska Listmann), dann 3 Mädchen in Weiss gekleidet, Frieden, Kunst und Wissenschaft darstellend (Fräulein Dora Winter, Lena Scheuermann und Clara Grub). Auf einem Throne in der Mitte des Wagens sass "Germania" (Minna Kulle), ihre beiden Kinder Elsass und Lothringen segnend (Anna Widmann und Julia Winter). Die künstlerische Dekoration war von Johann Winter in unübertrefflicher Weise ausgeführt worden. Auf dem Wagen des Cigarrenmacher-Vereins war "Vater Rhein" (Adolph Garlichs) dargestellt. Im Hintergrund hielt ein Soldat (Johann Bennett) Wacht. Die Turner führten auf ihrem Wagen "Barbarossa" (Ad. Pohle), umgeben von weissgekleideten Mädchen, die deutschen Staaten vorstellend. Auf dem Wagen des "Liederkranz" befand sich eine grosse deutsche Flagge, umringt von den Künsten: Musik (Rosa Schott), Malerei (Emma Rapp), Bildhauerei (Mina Miller), Dichtkunst (Karolina Wöse). Der Wagen des Schützenvereins hatte in der Mitte seines Wagens eine Schiessscheibe angebracht mit bezeichnenden Inschriften. Zwölf weissgekleidete Mädchen, mit grünen Shärpen und grünen Bändern, sassen darin, begleitet von einem Zug Schützen als Ehrenwache.

Lehrer Weixelbaum hatte die Mädchen seiner Schule, alle in Weiss gekleidet, in einem Wagen, mit "Napoleon als Diener der Deutschen", dargestellt von Adam Küchler, hinten auf dem Trittbrett. Der "Syracuse Quartett Club" hatte einen mit Grün dekorirten Wagen mit verschiedenen Triumphbogen, unter denen Mitglieder des Vereins sassen und sangen. Die Harugari-Loge hatte auf ihrem Wagen einen Eichbaum, die "Deutsche Eiche" vorstellend, auf welchem über 100 von deutschen und amerikanischen Fahnen an den Zweigen angebracht waren, um welche sich eine Gruppe in Weiss gekleideter Mädchen lagerte. Der Metzgerverein rückte in voller Stärke aus. Mädchen von Lehrer Brummel’s Schule standen weissgekleidet auf dem Balkon des Thürwächter’schen Hauses [3] und sangen deutsche Lieder.

Auf dem Festplatz angekommen, entwickelte sich sofort ein heiteres Leben, bis Punkt 2 Uhr Herr Wilhelm Dopffel mit einer Bewillkommungsrede eröffnete. Darauf spielte das Musikcorps: "Was ist des Deutschen Vaterland?" und Louis C. Hofmann trug ein Festgedicht vor. Der "Liederkranz" sang hierauf unter Begleitung des Musikcorps: "Die Stunde nach der Arbeit." Dann kamen die Festreden zum Vortrag. Zuerst sprach Herr Karl Eckermann in der ihm eigenen gediegenen Weise. Der "Liederkranz" sang die "Wacht am Rhein" und ein amerikanischer Redner, Herr Corbett, zollte den deutschen Errungenschaften völlige Würdigung. Auf ihn folgte Herr Pastor Pick mit einer wohlgelungenen, klassisch angehauchten Rede. Der nächste Redner war Rabbiner Dr. Cohen, und den Schluss machte Turner Wilhelm Schmidt.

Nach den Reden unterhielt sich jeder auf seine Weise und es ereignete sich nichts, was den harmonischen Character des Festes gestört hätte, sodass um 7 Uhr die Vereine und Festtheilnehmer zur Stadt zurückkehrten, wo noch bis 2 Uhr Morgens ein dichtes Menschengewühl die Strassen belebte. Mehrere Häuser waren illuminirt, darunter die Heitz’sche Brauerei, Amos’ Hotel, das Versammlungshaus der katholischen Vereine neben der Himmelfahrtskirche und natürlich auch die Turnhalle.

Der Ball in der Turnhalle war nach dem Bericht eines Augenzeugen mehr eine "squeezing party", so voll war sie von Gästen. Erst gegen Morgen, als die Menge sich etwas zu lichten begann, konnte man dem Tanzvergnügen fröhnen. Zu gleicher Zeit fand im Amos Hotel noch ein Banquett statt. Der Erfolg war ein grossartiger, es war (wie die "Union" schrieb) "der hiesigen Deutschen Triumph, auf den ein Jeder mit vollem Rechte stolz sein kann, es war eine Festlichkeit und Parade, wie hier noch nie zuvor gesehen. Das Selbstgefühl jedes Deutschen, selbst der paar verdrossenen Pessimisten, muss sich bei diesem Anblick gehoben haben, wie zugleich diese Demonstration den anderen Nationalitäten Respekt und Achtung einflössen musste. Das Deutschthum von Syracuse und Umgegend darf mit ihrem abgehaltenen Friedensfest zufrieden sein und mag daraus lernen, welche Macht und welche Kraft im einträchtigen Zusammenwirken liegen."

Das siebente Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hatte somit herrlich begonnen, doch ist es nun unsere unangenehme Pflicht, auch von einem andern Ereigniss zu berichten, das im folgenden Jahre sich zutrug und wodurch ein Deutscher zum ersten und auch zum letzten Male bis hierher in der Criminalgeschichte von Syracuse auftrat.

Am 3. August, 1872, ging ein gewisser Peter Schäfer mit seiner Frau und einem Kinde, das sie adoptirt hatten, in die Wirthschaft des Herrn Karolf, an der Lockstrasse, um eine kleine Schuld zu bezahlen. Der Knabe des Herrn Schäfer spielte vor der Thür draussen. Nebenan wohnte eine Familie Namens Fröhlich, deren Kinder dem Schäfer’schen Knaben Schimpfworte zuriefen, welche zuletzt auch von Schäfer gehört wurden und ihn sehr erbosten. Er stand auf, ging hinaus und verwies den Fröhlich’schen Kindern in leidenschaftlichen Worten ihr Gebahren. Nun kam auch Frau Fröhlich hinzu und beide beschimpften sich gegenseitig. Ein gewisser Beyer, ein Freund Schäfer’s, welcher den Streit beobachtet hatte, kam hinzu, nahm Schäfer beim Arm und überredete ihn, wieder in die Wirthschaft zurückzukehren. Schäfer gehorchte und Frau Fröhlich rief ihm noch nach: "Warte nur, bis mein Mann heim kommt, er wird es schon recht mit dir machen." Der Wirth Karolf, welcher Fröhlich als einen streitsüchtigen Mann kannte, schloss die Thür zu. Kurze Zeit darauf erschien Fröhlich, brach die Thür auf und stürmte herein, mit einem Knüppel in der einen und einem Bajonett in der anderen Hand. Ohne ein Wort zu sagen, schlug er Frau Schäfer mit dem Knüppel zusammen und gab dann Schäfer mit dem Bajonett einen Stoss durch’s Herz. Schäfer stürzte zu Boden, ohne einen Laut von sich zu geben und war nach 3 Minuten eine Leiche. Fröhlich wollte nach vollbrachter That entspringen, wurde aber daran verhindert und bis zur Ankunft eines Polizisten festgehalten, worauf er in’s Gefängniss abgeführt wurde.

Diese That erregte grosse Aufregung unter den Deutschen und es wurden Drohungen laut, ihn ohne weiteres aufzuknüpfen. Doch beruhigte man sich und liess dem Gesetz seinen Lauf. Schäfer war ein friedlicher, arbeitsamer Mann, etwa 39 Jahre alt. Der Mörder, Heinrich Fröhlich, genoss dagegen keines guten Rufes und war als streitsüchtig bekannt. Seine Frau wurde ebenfalls verhaftet, aber später freigegeben, während ihr Mann zum Tode verurtheilt und im folgenden Jahre hier gehängt wurde. Er hinterliess eine Familie von 4 Kindern.

In diesem Jahrzehnt wurde nur eine einzige deutsche Kirchengemeinde organisirt und zwar die Erste Deutsche Baptisten-Kirche, am 28. Juni 1877, mit 30 Gliedern. Dieselbe entstand aus einer deutschen Mission, welche von der ersten englischen Baptistenkirche seit 1862 unter den Deutschen unterhalten wurde. Es wurde ein Bauplatz an Lodi-, nahe Ashstrasse, gekauft und eine Kapelle errichtet. Im November 1875 wurde Pastor Reinhard Höfflin Prediger der Gemeinde und die Organisation fand während seiner Amtszeit statt. Er verblieb bis 1884 und erhielt Pastor C. H. Schmidt zum Nachfolger. Unter dessen Leitung wurde die jetzige Kirche an Catherinestrasse gebaut (1885), welche etwa $7,000 kostete. Das Grundstück, auf welchem dieselbe steht, wurde der Gemeinde von Herrn David A. Munro von Camillus geschenkt. Die Gemeinde wuchs einige Jahre, verlor aber dann viele Glieder, welche entweder nach auswärts verzogen, oder sich englischen Baptisten-Gemeinden der Stadt anschlossen, sodass sie gegenwärtig noch etwa 66 Gleider zählt. Pastor Schmidt verblieb bis zum Jahre 1888. Auf ihn folgten die nachstehenden Pastoren: H. W. Geil (1889-1893); Louis Gerhardt (1894-1895) und A. Brandt, welcher seit dem 1. Oktober 1896 der Gemeinde dient.

Hinsichtlich der deutschen Presse während dieses Zeitraums ist zu bemerken, dass, wie bereits erwähnt, die Syracuse Union, anfangs Dezember 1870 von Johann Ziegler an Alexander von Landberg verkauft wurde. Dieser redigirte das Blatt mit viel Geschick und wusste sich bedeutenden politischen Einfluss zu erobern. Er bekleidete verschiedene öffentliche Aemter, war unter anderem Schul-Commissär und von 1890 bis 1894 Inlandsteuer-Einnehmer. Ausserdem war er einen Termin Gross-Barde der Harugari der Vereinigten Staaten. Er war ein Mann von übersprudelnder Energie, "kurz angebunden," hülfreich, wenn dazu aufgelegt, und von nobeln Passionen. Im Juli 1895 verkaufte er das Blatt an den gegenwärtigen Besitzer, J. P. Pinzer, und ging freiwillig in’s Exil. Angesichts seiner Fähigkeiten und Verdienste um das hiesige Deutschthum wäre ein erfreulicherer Abschluss seiner Thätigkeit herzlich zu wünschen gewesen. Wie es scheint, bestand zu Anfang der 70er Jahre ein anderes deutsches Blatt, die "Syracuse Chronik," die aber aufhörte zu erscheinen, als die "Union" in von Landberg’s Hände überging. Eine andere, aber kurzlebige Erscheinung auf dem Gebiete der Presse war die Zion’s Aue, welche 1874 von Pastor A. Oberländer gegründet wurde. Es war ein Blatt 12x18 im Format und bestand nur ein Jahr, obwohl es seine Unkosten deckte.

Ferner wurde im Mai 1875 die Publikation des "Sonntagsblatts" begonnen und zwar von zwei praktischen Druckern, Friedrich G. Kaufmann und J. Peter Pinzer, dem gegenwärtigen Eigenthümer der "Union." Dieses Blatt erschien zuerst einmal wöchentlich unter dem obigen Namen, später zweimal die Woche unter dem Titel: "Freie Presse." Julius Jaixen war Redacteur. Das Blatt war unabhängig in der Politik und wurde gut unterstützt. Im Sommer 1876 wurde es mit der "Union" verschmolzen und seitdem wird das hiesige deutsche Zeitungsgebiet von den beiden alten Verteranen, der "Union" und dem "Central Demokrat," allein beherrscht. Mit Bezug auf letzteren ist zu berichtigen, dass derselbe im Juli 1879 in das neue, Herrn Hofmann gehörige Gebäude 801 bis 805 Nord-Salinastrasse verlegt wurde, wo seitdem das Haptquartier des "Central Demokrat" sich befindet. [page 215]




English translation:

From 1870 to 1880


The year 1870 found the Germans in Syracuse in better shape than ever before. The city had developed remarkably in the 1860’s. North Salina Street was well built-up, with substantial businesses, and also Butternut Street and environs showed the beginnings of their future size in terms of purely German addresses. Among these areas "Schwobenland" and "Schwitzerland" were two of the most important. Here old settlers [from Swabia and Switzerland] had founded their homesteads, and around them settled other emigrants from the same original homeland area, increasing in numbers sharply until the days when the distinctive characters of these areas was recognized. Schwobenland lay in the neighborhood of Butternut and Park Streets and was, especially on Sundays, a gathering spot for all Germans seeking communal pleasures and recreations. Wöse’s Theater, Kaiser’s Grove, and numerous taverns like Gallster’s and "Immerdurstig’s" ["Always thirsty"] (Schmidt’s) offered ample opportunities. Schwitzerland, or Schwitzer-Hill, lay in the area of Seward and Alvord Streets and was reached from the city by way of a direct path from James Street, past the Rose Hill Cemetery. The Swiss, in particular, lived here. The main resort for entertainment here was an inn offering dining and dancing. The younger generations of Schwabenland [sic] and Schwitzerland naturally lived in a standing feud, as did for 2,000 years before them their ancestors, the Sueven and the Helvetier. In the fashion of their forefathers they too fought their battles with primitive weapons, namely with stones. And if in the heat of battle the god of Fortune should turn to favor one side or the other, reinforcement troops would arrive on the scene in the form of old Swiss and old Swabians. The official guardians of the public order were powerless in this race conflict because the only constable in the neighborhood did not feel equal to intervene in preventing these hostilities. Oh, the good old days!

The German theater in the Turn Hall around these times gave regular weekly presentations that were well-attended. By and large, all was peaceful among the Germans. Then the storm of war broke loose in Europe and everyone here waited with anxious attention for news of the cataclysmic battle. The overseas telegraph connection brought news from the warfront to here just as quickly as it did to Germany. The [waschächten—unwashed? lower-class?] Yankees at first sympathized more with the French and would have been completely glad if their luck in the war had held up. Things turned out differently, though, and with [ächt—outlaw? unprincipled?] Yankee flexibility, they now cheered the victor. Indeed, it is in the nature of the Americans to always fall in on the side of brutal physical superiority, whether it be in a battle of prizefighters, dogs, roosters, or nations—they care not about the moral considerations of the matter. Regarding this reversal of the Americans, the "Cincinnati Times" from January 1871 wrote: "It is not necessary to waste time and breath in cursing the Prussians, for as our own General Sherman said and proved, ‘War is war’ and therefore the [French] enemy can just submit if he can no longer bear it. The Germans are now the dominant power in the world. They take possession of the civilized world. Each race will have its day, and the day of the Germans has now reached its high noon. In this country they have already become so strong that they will, within 20 years, control our political institutions and direct our social, moral, and educational legislation." That this prophesy was not fulfilled is the fault of widespread petty German jealousy and the selfishness of the conceited and ambitious but mentally limited German Peanut-Politician, who is concerned with nothing more than enriching himself and gaining a reputation with the help of the German voter. As strike after strike of German victories were reported on the wire, unending jubilation filled the hearts of German-Americans. The German press of Syracuse published exact telegraphic reports for its readers, without editorial comment. And as the fight ended in favor of Germany, the suggestion emerged to celebrate with a Peace Festival [Friedensfeste]. Greater than the pleasure over the glorious victory in the war, however, was the joy over the reinstated new German Empire [Reich], which, even if it did not exactly match the ideas the old ’48’ers had spoken of, had been their youthful dream. [1]

The Marksmen’s Society [Schüzenverein] established in the year 1869 issued a proclamation on 18 March 1871 calling all local societies to attend a general meeting on Sunday, 26 March in the Turn Hall to begin preparations for the Friedensfest. The meeting took place, chaired by Wilh. Dopffel, Sr., with 20 societies, lodges, etc. represented. A committee of seven was appointed to handle the necessary preparations. At another meeting following on 28 March it was decided to hold the celebration on 1 May 1871. To the same "all patriotic Germans were invited, without regard to status, state, or religion," with the poetic addition:

"Whether Israelite or Christian
Whether Catholic, whether Protestant,
For them, one German Fatherland!"

In the meantime they worked with feverish energy on the preparations for this largest of all German celebrations in Syracuse. Even the Americans were struck by the victory celebration of the Germans and did not lack for demonstrations of their sympathy on that day. The importance of the celebration requires that a detailed report be engraved on the slate of the history of the local Germans.

THE PEACE CELEBRATION.

The pre-celebrations occurred on Sunday, 30 April in all the local German churches with suitable sermons, and in the synagogues on the Saturday before.

The main celebrations took place on Monday. Already by dawn the thunder of cannon announced the start of the Friedensfest. Down all of the streets the crowd pressed its way to the Turn Hall and with each hour the rush of people grew as they flowed in from the city and the surrounding areas.

The city was dressed[?] in festive garb; in all main and side streets flew the Reich’s banner beside the star-spangled one. From time to time the sky was covered with threatening clouds [?] but the sun drove them out and magnificent weather prevailed.

The parade formed at 10 o’clock and moved along the following streets: From the Turn Hall to Ash then McBride, then Division, then to Townsend; from Townsend to Lodi; by Lodi and Salina to Court; from Court by Lodi to Salina; by Salina to Jefferson to Fayette Park in Genesee; from here to Warren; then by this to James and up to Townsend; by this to Butternut; by this and Park to the festival area at Greenway’s and O’Hara’s Grove.

Everywhere one saw ["Transparente"—banners?] with suitable poetic inscriptions, such as: "Unity makes strength!" and so forth. Many triumphal arches were erected along the route. The parade was formed as follows:

First Division.

[Hülfs-Marschälle—Grand Marshall?] Colonel Nich. Grumbach; Firefighter-Chief Engineer, Nich. Eckel; Chief Marshal, Colonel John Demong; Aids, Capt. Jakob Knapp and Lieut. Mich. Rautenberg. Cavalry Squadron, 50 men, under the command of Capt. M. Auer; Marksmen’s Society, Jakob Mantel, president, 30 men. [Abtheilung Polizei—Police Corps?] 24 men under the leadership of Chief Davis and Capt. Seeley. Miller’s Music Corps. Lilly Post No. 66, G. A. R., under the command of Jakob Schwarz, 73 men and 8 flags. Plus the following military companies under the command of Major H. C. Allewelt: Sappers and Miners of the 51st Regiment, Capt. Johann Geyer; Company D, 49th Regiment from Auburn, Capt. Fred Hague, 55 men; Company H, 51st Reg., Capt. Pollman, 24 men; Company B, 51st Regiment, Capt. Johann Haberer, 32 men; Company F, 51st Regiment, Capt. Thomas Ryan, 40 men; Westcott Zouaves, Capt. Thomas Ryder, 33 men; Company E, 51st Regiment, Capt. Miller, 30 men; Company G, 51st Regiment, Capt. H. Michels from Liverpool, 40 men; Independent Zouaves, Capt. Poole, 45 men. Vehicle with four horses carrying His Majesty "Kaiser Wilhelm" (Johann Winter), "the Crown Prince" (August Miller), "General Moltke" (Heinrich Wöse) and "Count Bismarck" (Heinrich Klube). Vehicle with four horses carrying the allegorical representation: "The German Michel." [2] President of the Day, Festival Speaker, Stradträthe [Strategy Advisor?], Arrangements Committee, and the editors of the German press, in coaches.

Second Division.

Assistant Marshals: Jakob Oswald and August Falker. Pearson’s Music Corps. Central City Steamer Company No. 2, 24 men, Capt. Karl Demong; Hook-and-Ladder Company Central City No. 1, 30 men; Lessing Lodge No. 163, Odd Fellows, 82 men; Jakob’s Lodge, 40 men; St. Joseph’s Society, 44 men; Turn-Verein, 100 men, with music corps; "Hermann the German" (Eduard Schäfer); Benedikt Häberle, with decorated brewery wagon; vehicle with four horses carrying "Barbarossa;" vehicle with girls clad in white from Weixelbaum’s School; "Liederkranz" singing society in a conveyance; "Germania" singing society from Auburn, A. Ockenfels, president, in a conveyance.

Third Division.

Assistant Marshals: Capt. A. Mahl and Jakob Wolfram. Skaneateles Music Corps. Lincoln Lodge No. 180, Odd Fellows, 175 men. "Concordia" singing society in a conveyance; Craftsmen’s Society, 70 men; St. Michael’s Society, 7 men; St. Stephan’s Society, 32 men; "Harmonia" Underwriters’ Society, 42 men.

Fourth Division.

Assistant Marshal: Lieutenant Franz Yehle. Auburn Music Corps. Grütli Society, 22 men; Hermann Lodge of the Harugari Society from Auburn, 124 men; Harugari Lodge, 154 men; Workers’ Society, 80 men; Quartett Club in a vehicle; Martin Luther Lodge, 45 men; Cigar-makers’ Health Insurance Society, 50 men; Butchers’ Society (dressed as a joke in white shirts with rolled-up sleeves), 50 men. Artillery Battalion, 24th Brigade, under the command of Major Wilhelm Michels.

Hereafter followed the 117 honorary presidents in coaches and after them followed a large number of citizens, also in coaches. The German fire-brigade showed up in full splendor; its firehose [pumper truck?] was a lovely embellishment to the parade, with a [banner?] on it offering the motto: "Germany must be still larger!"

The veterans of the Lilly Post wore their uniforms and followed their bullet-torn flags. The Victory conveyance was pulled by four horses. In the center stood the "German Michel" [2] (Mr. Eberhardt), holding the German flag, surrounded by the "Watch on the Rhine" (Miss Franziska Listmann) and three girls in white, Peace, Art, and Science (Misses Dora Winter, Lena Scheuermann, and Clara Grub). On a throne in the center of the vehicle sat "Germania" (Minna Kulle), blessing her two children, Alsace and Lorraine (Anna Widmann and Julia Winter). The artistic decorations had been executed by Johann Winter in an unsurpassable fashion. In the vehicle of the Cigar-makers’ Society, "Father Rhine" (Adolph Garlichs) was represented. In the background a soldier (Johann Bennett) stood watch. In the Turners’ vehicle was "Barbarossa" (Ad. Pohle), surrounded by white-clad girls representing the German states. In the vehicle of the "Liederkranz" was a large German flag surrounded by the Arts: Music (Rosa Schott), Painting (Emma Rapp), Sculpture (Mina Miller), Poetry (Karolina Wöse). The conveyance of the Marksmen’s Society had in its middle a target labeled appropriately. Twelve girls in white dresses sat there, with green Shärpen [?] and green Bändern [books? or with green guns and ammo bands?], attended by a line of marksmen as their honor guard.

Teacher Weixelbaum had dressed the girls of his school all in white, in a vehicle with "Napoleon as a Servant of the Germans" represented by Adam Küchler, on the footboard behind. The "Syracuse Quartett Club" had decorated their vehicle with green triumphal arches under which members of their group sat and sang. The Harugari Lodge had in their conveyance an oak tree representing the "German Oak," on whose branches were mounted over 100 German and American flags, around which a group of girls sat, dressed in white. The butchers stepped out in full strength. Girls from Teacher Brummel’s school stood, dressed in white, on the balconies of the Gatekeeper’s houses [des Thürwächter’schen Hauses] [3] and sang German songs.

On arriving at the festival site, the parade immediately became part of a lively scene until promptly at 2 o’clock when Mr. Wilhlem Dopffel opened the ceremonies with a welcoming speech. Whereupon the musical corps played, "What is the German Fatherland?" and Louis C. Hofmann recited a commemorative poem. The "Liederkranz" sang, accompanied by the musical corps, "When the Work Is Over" [literally, "The Hour After the Work"]. Then came the speeches. First Mr. Karl Eckermann spoke in his own solid way. The "Liederkranz" sang "The Watch on the Rhine" and an American speaker, Mr. Corbett, expressed hearty appreciation of German achievements. Pastor Pick followed next with a speech well-laden with classical references. The next speaker was Rabbi Dr. Cohen, and then Turner Wilhelm Schmidt gave the conclusion.

After the speeches everyone conversed on their own and nothing disturbed the harmonious character of the festival so that at 7 o’clock the groups and festival-goers returned to the city where, until 2 o’clock in the morning, thick crowds animated the streets. Several houses were illuminated, among them Heitz’s Brewery, the Amos Hotel, the meeting house of the Catholic societies next to Assumption Church, and of course, the Turn Hall.

The ball at the Turn Hall, according to the report of an eyewitness, was so crowded it was more of a "squeezing party" for its guests. Not until morning, when their numbers began to decrease, could anyone manage to dance. At the same time, a banquet took place at the Amos Hotel. The success was magnificent; it was, as the "Union" wrote: "the local German triumph, of which everyone, with rightful pride, can say, such a festivity and parade has never been seen here before. The self-image of every German, including that pair of frustrated pessimists, must have risen at this demonstration of respect and attention flowing from other nationalities. The Germans of Syracuse and the surrounding areas may well be satisfied in having organized their Peace Festival peacefully and in having learned what can be made and crafted by working together harmoniously."

The seventh decade of this century had thus begun beautifully, but it is now our unpleasant duty to also report another event that occurred in the following year whereby a German, for the first and last time (up to now) made his mark in the criminal history of Syracuse.

On 3 August 1872 a certain Peter Schäfer, with his wife and their adopted child, entered the business [Wirthschaft—tavern?] of Mr. Karolf, on Lock Street, to pay off a small debt. Mr. Schäfer’s boy stayed to play outside the door. Next door lived a family named Fröhlich, whose children hurled insults at the Schäfer boy that were finally heard by Schäfer and infuriated him. He arose, went outside, and reprimanded the Fröhlich children in passionate words that impugned their breeding [so to speak]. Now appeared Mrs. Fröhlich, who was equally insulted. A certain Beyer, a friend of Schäfer’s, who had observed the conflict, took Schäfer by the arm and persuaded him to go back inside. Schäfer yielded and Mrs. Fröhlich called out after him, "Just wait, when my man comes home, he’ll fix you good!" Mr. Karolf, who knew Fröhlich to be a quarrelsome man, locked the door. Shortly afterward Fröhlich turned up, broke down the door and stormed in, with a club in one hand and a bayonet in the other. Without saying a word he struck Mrs. Schäfer with the club and with the bayonet stabbed Schäfer in the heart. Schäfer fell to the ground without a sound and in three minutes was a corpse. Fröhlich tried to flee but was captured and held until police arrived and put him in jail.

This deed created great excitement among the Germans, and generated some loud threats of lynching. [?] But everyone calmed down and let the law run its course. Schäfer was a peaceful, hardworking man about 39 years old. The murderer, Heinrich Fröhlich, had a bad reputation and was known by all to be contentious. His wife was also arrested but was later released, while her husband was found guilty and was hanged here the following year. He left a family of four children.

In this decade only one German church congregation was organized, that being the First German Baptist Church, on 28 June 1877, with 30 members. It grew out of a German mission that the First English Baptist Church had started among the Germans in 1862. They bought a site on Lodi near Ash Street and built a chapel. In November 1875 Pastor Reinhard Höfflin was minister of the congregation and the organization took place during his term of office. He remained until 1884 and was followed by Pastor C. H. Schmidt. Under his direction the present church was constructed on Catherine Street (1885) which cost about $7,000. The property on which it stands was donated to the congregation by Mr. David A. Monro of Camillus. The congregation grew for some years, then lost many members who either left the area or joined the English Baptist Church downtown, so that the present congregation has only 66 members. Pastor Schmidt remained until the year 1888. After him came the following ministers: H. W. Geil (1889-1893); Louis Gerhardt (1894-1895), and A. Brandt, who has served the church since 1 October 1896.

Regarding the German press during this period, it should be noted (as already mentioned) that the Syracuse Union in December 1870 was sold by Johann Ziegler to Alexander von Landberg. He edited the newspaper with much skill and knew well how to conquer political influence. He filled various public positions and was among other things school commissioner and from 1890-1894 tax collector. Furthermore he was appointed Gross-Barde [head official] of the Harugari of the United States. He was a man of overflowing energy, "short-spoken" [i.e., curt], hülfreich [half-wealthy?], if in a bad mood [?], and of noble passions. In July 1895 he sold the paper to its present owner, J. P. Pinzer, and went willingly into exile. In view of his abilities and services rendered to the local Germans, a more pleasing termination of his tenure was heartily wished for. [? meaning, they would’ve liked him to stay in Syracuse?] It would seem that at the beginning of the 1870’s another German newspaper, the "Syracuse Chronicle" ["Syracuse Chronik"] appeared, but quit when the "Union" went into von Landberg’s hands. Another but short-lived appearance in the press was the Zion’s Meadow [? Zion’s Aue], which Pastor A. Oberländer created in 1874. This was a sheet 12x18 inches in format and lasted only one year, though it did cover its expenses.

Futhermore, in May 1875 the publication of the "Sunday Sheet" ["Sonntagsblatts"] was begun by two practicing printers, Friedrich G. Kaufmann and J. Peter Pinzer, the present owner of the "Union." This newspaper at first appeared weekly under the above name, later twice weekly under the title: "Free Press" ["Freie Presse"]. Julius Jaixen was editor. The sheet was politically independent and well-supported. In the summer of 1876 it merged with the "Union" and since then the local German newspaper scene has been controlled only by those two old veterans, the "Union" and the "Central Demokrat." With reference to the latter it should be corrected that in July 1879 it moved to the new buildings at 801-805 North Salina Street belonging to Mr. Hofmann, the site where the main office of the "Central Demokrat" can be found. [page 215]



Michelle's footnotes:

1. "The war with France brought the 'Grays' [older, less recent German immigrants] and 'Greens' [more recent German immigrants] together into an almost solid front. The press worked hard to reawaken fond memories of a lost fatherland, now at last coming into its own. Through all the accounts of German celebrations of victory, which filled many columns of the German-language papers, there ran the note that German unification not only would unite the German element in this country, but would improve their status in the estimation of their fellow Americans and eradicate the last lingering prejudices of the nativist years.... Huge German-American crowds assembled in the larger cities to cheer the victories of the German armies. Flags decorated the houses in the German sections; mass meetings addressed resolutions of felicitation to Germany; there were huge 'victory parades' in Cleveland, Chicago, New York, and other cities; venerable liberals of the Forty-eighter immigration joined with prominent representatives of those who came after 1848 in enthusiastic demonstrations of German unity. Thousands of dollars were collected by various devices to finance such demonstrations and to provide aid for the widows and orphans of German soldiers who had laid down their lives for the unification of the fatherland.... The 'German spirit' in America suddenly found an outlet in garish display. The German press took on new vigor and the events of 1870-71 had an effect upon German-Americans for years to come...." From The German-Language Press in America," by Carl Wittke, University of kentucky Press, 1957, pages 166-167.

2. For more on the German Michel see http://www.gfl-journal.de/1-2000/sagarra.html

3. Without troubling to check a map, I had wondered if this translation to "gatekeeper's houses" might refer to some lock or tollhouse structure along the Erie Canal. But a more informed reader, Janice Simpson of Gurnee, Illinois (SGranJan2000@aol.com) writes (30 January 2003): "I think this may be a reference to the home of my great-great-grandfather's brother (Louis Thurwachter). Louis was a prosperous willow and wooden ware merchant living at 92 James Street at this time. So the translation is correct (gatekeeper for Thurwachter) but I think it refers to the house of L. Thurwachter. Another brother John was the proprietor of the European Hotel at 227 and 229 Salina. At least two married Thurwachter sisters also lived in Syracuse: Margaret Hey and Carolina Miller. My ancestor and another brother settled in northeastern Missouri and another brother finally settled in Watsonville, California after finding Syracuse not to his liking." Once again, I am so grateful to those who contribute here!


Copyright 2002 Michelle Stone. Warning! No guarantees apply concerning the accuracy of this German-to-English translation! It is merely a rudimentary and non-professional attempt provided as a public service by M. Stone using a dictionary and automatic online translation services, Alta Vista's Babel Fish and
http://www.freetranslation.com/. Those who can offer improvements and corrections, please email me Re: Deutschen pp. 193-215. Thanks!


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