Johann Sigismund VON LAMBOY war ein weiteres Mal verheiratet und zwar mit
Maria Magdalena BERTOLF DE BELVEN.
siehe Familienblatt (noch in Vorbereitung):
"LAMBOY oo BERTOLF VON BELVEN"
Heiratsvertrag:
Ort: ?Eynatten? / Aachen
Datum: 17. Februar 1692
Anmerkung vom 25.07.2004:
Der Braut wird hier gem. Regest von Luise Freiin von Coels von der Brügghen
als sogen. "Morgengabe" Schloß Raeve und Kalckoven
überschrieben. Beides steht ihr nach Tod ihres Mannes zu, auch wenn keine
Kinder aus der Ehe hervorgegangen sind.
Sollte allerdings die Frau vor dem Mann sterben, so behält dieser nur ein
Recht auf die Leibzucht. Das bedeutet, dass Schloß Raeve und Kalckoven
eigentlich dann in den Besitz der Familie der Margaretha von Berghe gen
Trips übergehen müsste.
Das wäre sehr ungewöhnlich und ist auch keineswegs der Fall. Beides befindet
sich noch Ende des 18. Jh. im Besitz der Nachkommen 2. Ehe des Johann
Sigismund von Lamboy.
Vermutlich handelt es sich hier um einen Fehler im Regest.
Wesentlich wahrscheinlicher ist es, dass Margaretha nach Tod ihres Mannes
Anspruch auf die Leibzucht - also einen Rentenanspruch - auf die genannten Güter ihres
Mannes versichert wird, selbst wenn die Ehe kinderlos bleibt; nach
vorzeitigem Tod der Ehefrau aber bleiben Schloß Raeve und Kalckoven im
Besitz des verwitweten Ehemannes.
Der Eintrag muss also im Original überprüft werden.
Anmerkung vom 12.08.2004:
Inzwischen habe ich den Originaleintrag
eingesehen und transkribiert. Es ergibt sich daraus ein deutlich anderes
Bild. Völlig unerwähnt bleiben im Regest die Güter, die Margarethe VON
BERGHE GEN. TRIPS mit in die Ehe brachte: "in den hoff van de
Broeck gelegen in t’ landen van Daelen". An DIESEN behielt Johann
Sigismund VON LAMBOY gemäß Ehevertrag nach dem Tode seiner Frau die
Leibzucht, auch wenn keine Kinder aus der Ehe hervorgegangen sind. Das
heißt, dass DIESE Güter im Prinzip an die Familie VON BERGHE GEN. TRIPS
zurückfielen, außer eben, dass Sigismund zeit seines Lebens eine Rente
daraus bezog. Dieser Rentenanspruch "die Leibzucht" ist übrigens
NICHT vererbbar sondern erlischt mit dem Tode des Berechtigten.
Kinder dieser Ehe:
Amt : Eynatten u. Hauset, rk, T / H / S /1676/1831 [WGfF-CD2]
Urk. : 1694/04/29
~Datum: 29.04.1694
Kd : Lamboy de, Maria Agnes, f, , ~29.04.1694
V d Kd: Lamboy de, Sigismundis, m, . pronob.dns.
M d Kd: Trips de, Margaretha, f, . della
Paten : Trips de, Joannes, m, . pronob.dns.in Craepoel
Trips de, Albertina, f, . dna in Abbatia Porcetana
weitere Familiendaten:
Es existiert ein Notarinstrument vom 24.04.1709 in dem Johann Sigismund
VON LAMBOY ZU RAAFF festhalten lässt, welche Güter seine verstorbene Frau
mit in die Ehe brachte. Bei der Bearbeitung der darin enthaltenen
genealogischen Hinweise stieß ich auf Widersprüche zu Angaben bei Oidtman,
Mappe 80, die ich in einer speziellen Ausarbeitung
erläutere.
Der Anlass dieses Notarinstruments ist vermutlich in der
bevorstehenden Ehe des Johann Sigismund VON LAMBOY ZU RAAFF mit Maria
Magdalena BERTOLF DE BELVEN zu sehen. Deren Familie sollte wohl
später nicht Ansprüche auf diese Güter erheben können.
Die Bearbeitung dieser Seite ist noch nicht abgeschlossen.
Quellen:
Notarakte vom 24.04.1709 (Hauset - Not. Lamberts) bezgl. der
Hinterlassenschaft der Margaretha BERGHE VON TRIPS.
Verkartung der Taufbücher von Henri Chapelle, unbekannte Herkunft.
Verkartung der Kirchenbücher von Eynatten, WGfF-CD 2
Luise Freiin von Coels von der Brügghen, Die Lehensregister der
Propsteilichen Mannkammer des Aachener Marienstifts, Bonn 1952.
Transkription des Originaleintrags vom 28.11.1692 (Heiratsvertrag) in
den Lehnbüchern der
Propsteilichen Mannkammer des Aachener Marienstifts.
Literatur:
Hermann Friedrich Macco, Beiträge zur Genealogie rheinischer Adels- und
Patrizierfamilien, I. Band, Aachen 1887.
Hermann Friedrich Macco, Aachener Wappen und Genealogien, Band 1, Aachen
1907.
Hermann Friedrich Macco, Aachener Wappen und Genealogien, Band 2, Aachen
1908.
Guy Poswick, Les Délices du Duché de Limbourg, Verviers 1951.
Herbert Schleicher, Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische
Sammlung in der Universitätsbibliothek zu Köln, Band 1, Köln 1992.
Herbert Schleicher, Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische
Sammlung in der Universitätsbibliothek zu Köln, Band 8, Köln 1995.