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Das folgende wird von Oscar Löwenstein (* 1867) als das alleinige überlebende Kind der Familie Benjamin Löwenstein geschrieben und bedeutet, um ein Anhang zur Memoiren zu sein, die von seiner Schwester Paula (Pauline) geschrieben wird. Dieses wurde im März, 1937 geschrieben. - 1 - Am 22. Februar 1936 hat der unerbittliche Tod meiner Schewester Paula den Federhalter aus der Hand entrissen. Der Schluß ihrer Memoiren fehlt hierdurch. Infolgedessen will ich versuchen, diesen Schluß in Form einer Familienkronik nachzutragen. Ich fühle mich als Letzter der 12 Löwensteinschen Kinder hierzu verpflichtet bzw. Veranlaßt. Aus den Zeilen der lieben Paula habe ich manches erfahren, welches mir unbekannt war. Beim Tode meines Vaters (am 22.3.1871) war ich cirka 3 ½ Jahre alt, ich weiß mich seiner nicht mehr zu erinnern. Durch Paula habe ich erst gehört, welch ein guter und geistig hochstehender Mann mein Vater gewesen ist. Nun kann ich im Alter erst fühlen, was ich durch seinen frühen Tod verloren habe. Meine Erziehung lag in den Händen meiner Mutter und meiner älteren Geschwister, zwei meiner Geschwister starben früzeitig. Meine Mutter hatte also für 10 Kinder zu sorgen und daher viel Arbeit, konnte sich wenig um unser Geschäft kümmern. Dieses wurde aber von Hermann, Bertha und Samuel in gewohnter und energischer Weise unter der Firma W. B. Löwenstein fortgesetzt. Schwester Bertha war schon aus der ersten Jugend heraus, als sie am 9.3.1880 den Kaufmann Abraham Heamann aus Neviges heiratete, sie lebte glücklich mit ihm und hatte viele Kinder, hierunter ein Zwillingspaar, daß aber nur 6 bis 7 Monate alt geworden ist. Zwillingsgeburten scheinen in unserer Familie erblich zu sein, denn es erfolgten später solche noch zweimal, hierauf komme ich noch zurück. Berthas Hochzeit fand in Rhede statt, im Gasthof Casso. Ich entsinne mich noch genau, daß Paula und Samuel eine humoristiche Scene vortrugen und das die drei Dorfmusikanten, die zum Tanze aufspielten, ein Hochzeitslied nach der Melodie "Heil dir im Siegerkranz" nicht begleiten konnten, da die betreffenden Noten nicht in ihrem Bökscen standen. Meine Mutter hat mir von den Geschwistern meines Vaters, die auch zahlreich gewesen sein sollen, nicht viel erzählt. Das Wenige, was ich hiervon weiß, will ich wiedergeben. In Rhede wohnte noch ein Onkel von uns, er hieß Markus (Motje) Löwenstein, wir waren lange Jahre braugesmit ihm, die Mutter erzählte mir oft er habe meinen Vater übervorteilt, der Onkel hatte eine sehr schöne Frau. Mit den Kindern, die später nach Bocholt zogen, standen wir auf freundschaftlichem Fusse. Ferner wohnte in Rhede auf dem Dick eine Tante Hanne und in Bocholt eine Tante Paß und ein Onkel Chaim. In Rees a/Rhein wohnte ein Onkel Wolf-Wolf. Ich glaube, daß de_ die Frau eine Schwester vom Vater war. Einmal war ich dort mit Mutter zu Besuch, wir hatten Glück, es war gerade Kirmes dort. Ich durfte allein Karussel fahren auf einem Pferd, das war für mich ein großes Ereignis. Von den Geschwistern meiner Mutter kannte ich nur Onkel Salomon und Onkel Feifelmann in Hattingen, der erste war ein besonders guter und frommer Mann, als ich in Hattingen ein Jahrdie jüdische Schule besuchte, schenkte er mir die erste Tefille, auch beim Aufbauen der Zucke durfte ich helfen. Nachdem Bertha verheiratet war, sie war die Seele des Geschäftes,
wünschte sich die Mutter eine Schwiegertochter, sie bekam aber zwei
zugleich. Hermann verheiratete sich mit Lina Löwenstein aus Hennen
und Samuel mit Julie Kaufmann aus Geldern. Sie feierten eine Doppelhochzeit
und zwar am 9.3.1881 in Wesel. Auch nach ihrer Verheiratung betrieben sie
das Geschäft weiter zusammen, aber nur ein Jahr lang. Samuel zog nach
Bocholt und betrieb dort einen Viehandel verkaufte hierbei auch etwas Textilwaren.
Mit der Zeit wurde das Letztere de_ Hauptterwerbszweig. Aus dem kleinen
Geschäftchen wurde mit der Zeit das größte Kaufhaus am
Platze. Durch den politischen Umbruch ist es heute in arische Hände
übergegangen. Hermanns Frau war in der ganzen Familie durch ihre Güte
und Tüchtigkeit sehr beliebt. Während meiner letzten Schuljahre
hatte ich
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The following is authored by Oscar Löwenstein (b. 1867) as the sole surviving child of the Benjamin Löwenstein family and meant to be an addendum to the memoir written by his sister Paula (Pauline Löwenstein). This was written in March, 1937. - 1 -
February 22nd 1936 an untimely death took the pen from the hand of my
sister Paula. The conclusion of her memoirs stops there. I will try to
wrap up her memoir and, in the process, chronicle my own.
As the last of the twelve Löwenstein children, I therefore feel somewhat an obligation to do so. Through dear Paula's efforts, I've discovered much that I didn't know.
I didn't really know my father (Benjamin Samuel LÖWENSTEIN) since
he died (March 22nd, 1871) when I was about 3 ½ years old. It was
through Paula that I first heard what a good, spirited and upstanding man
my father was. Now that I am older, I realize what I missed with his early
death. My growing-up fell upon the shoulders of my mother and my older
siblings, two of whom died earlier. So, my mother had ten children to care
for and so lots of work and little ability to rely on our help.The exceptions
were Hermann, Bertha and Samuel who carried on the family business S. B.
Löwenstein with their accustomed hard work and dedication. Bertha
was the first to leave home when, on March 9th 1880 she married the salesman
Abraham Heamann who was from Neviges. She had a fortunate life with him
and had many children–among them, a pair of twins who are only six or seven
months old. Twin-births are common in our family as you will see when I
return to this point later.
Bertha's wedding took place in RHEDE, in the Gasthof Casso. I recall particularly that Paula and Samuel performed a humorous scene and that the three town-musicians, who provided the dance music, played a wedding song with the melody from "Heil dir im Siegerkranz"(Hail to you in the victor's laurels) because they didn't know the tune that accompanied the wedding song. My mother didn't tell me much about my father's siblings, who were numerous.
What little I know, I will recount.
An uncle of ours, he was named Markus (Motje) Löwenstein, lived
in RHEDE and our family had a long-running feud with him. Mother often
told me he had cheated my father. He had a very beautiful wife. We were
on friendly terms with his children, who later moved to Bocholt. Moreover
an aunt Hanne lived in Rhede "auf dem Dick" and in BOCHOLT lived an aunt
Paß and an uncle Chaim.
In Rees on the Rhine lived an uncle Wolf-Wolf. I believe his wife was
a sister of father. Once I visited there with mother, and as luck would
have it, we were there during a carnival. I was allowed to ride the carousel
by myself. I rode a horse and that was, for me, a memorable experience.
Of my mother's relatives, I knew only uncle Salomon and uncle Feifelmann
in Hattingen. The former was an especially good and pious man. When I was
attending the Jewish school in Hattingen, he gave me a leg up by giving
me the first Tefille.
After she married, Bertha was the heart and soul of the business, and
while mother wanted a daughter-in-law, she gained two right away. Hermann
married Lina Löwenstein from Hennen and Samuel married Julie Kaufmann
from Geldern. They celebrated a double-wedding March 3rd, 1881 in Wesel.
After their weddings, they stayed with the business only a year longer.
Samuel went to Bocholt and went into business selling cattle and some textile
goods. Over time, the latter became the predominate part of the business.
Over time, the small business grew into the largest store on the Platz.
Due to political change, it is in Aryan hands today. Hermann's wife was
beloved for her proficiency. During my last school-year she found a special
place in my heart.
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