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Bestandsbrief des Deutschen Ordens

aus dem Jahre 1572

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Transcript:

Wir Nachbenannte, mit Namen Philipps Röser und mit ihm ich, Anna, seine ehliche Hausfrau, Martin Kurtz und mit ihm ich, Anna, seine ehliche Hausfrau, Peter Eckhardt und Hans Rudolf der Jung, alle seßhaft zu Binswangen, Scheuerburger Amts, bekennen öffentlich und tun kund allen mit diesem, Brief, daß wir alle miteinander zu unserem besseren Nutzen und Heil, aber auch um größerm Schaden  zuvorzukommen, mit günstigem Vorwissen und Verwilligen des Ehrwürdigen und Edlen Herrn Hans Khun von Hoheneck, Hauskomtur zu Hoheneck, Hauskomtur zu Horneck, Deutschordens, unseres günstig gebietenden Herrn und Oberamtmanns, eines aufrichtigen, beständigen und festen Kaufs, wie er vor allen Gerichten und Rechten am beständigsten sein soll, kann und mag, aufrichtig und redlich verkauft und zu kaufen gegeben haben; Wir geben also mit und kraft dieses Briefs zu kaufen gemeiner Presenz und Kirchendienern der Pfarrkirche zu Heilbronn zwen Gulden jährlichen Zins guter, grober Silbermünz gangbarer Währung, je 15 Batzen oder 60 Kreuzer für 1 Gulden gerechnet, die wir oder unsere Erben nun hinfür jährlich und für jedes Jahr besonders immer auf die heiligen Weihnachtsfeiertage oder in den nächsten 8 Tagen zuvor oder danach, ungefähr, gesamt und unverteilt aus einer Hand nach Heilbronn oder eine Meile Wegs drumherum, wohin wir jederzeit gehen, den Gemeinde-Presenz-Herren oder jedem rechtmäßigen Inhaber dieses Briefe zu deren  sichern Händen und Gewalt ohne, deren Kosten und Schaden antworten und bezahlen sollen und wollen, ungehindert durch Gebot, Verbot, Gerichtsanleitung, Bann Acht, Krieg, Raub Brandnahme, Mißwuchs, noch durch gegenwärtigen oder künftigen Schaden oder durch Beschwerden die immer wieder vorkommen oder wir zur Hinderung daran erdenken oder einwenden möchten.

Vornweg meines vorgenannten Philipps Rösers anderthalb Viertel Weingarts in der Binswanger Markung auf der Hälden, zwischen Michel Herzog und Michel Meurer gelegen, ebenso meines Martin Kurtz ein Viertel Ackers in der Erlenbacher Markung, in den Lücken zwischen Hans Schücker von Erlenbach und Hans Rudolf von Binswangen gelegen, ebenso mein ein Viertel Ackers in Binswanger Markung, zwischen Hans Rudolf und Lenhardt Senghas gelegen, ebenso meines Peter Eckhardts anderthalb Viertel Weingarts in Binswanger Markung, am Stiftsberg zwischen Martin Bayern und Jakob Kugelmanns Kindern gelegen, und dann mein Hans Rudolf des Jungen ein Viertel Ackers in Erlenbacher Markung zwischen Lücken, einerseits an Martin Kurtz und andererseits an der Almutwiesen gelegen, ebenso mein ein Viertel in Binswanger Markung im Stiftsberg, einerseits an Martin Kurtz und andrerseits Enderlin Reinhardt gelegen, welche Stücke allesamt sonst weiter nicht versetzt oder belastet sind als durch die gewöhnliche Beeth und durch den Zehnten, sonst aber zinsfrei, ledig und eigen sind. Sie werden von uns weiterhin in gutem Bau und in Besserung erhalten, bis zur Wiederlösung dieser Gülten werden sie nicht versetzt und verändert, wie wir es bei unsrer wahren Treue und wahrem Glauben an Eides Statt geschworen und für uns und unsere Erben versprochen und zugesagt haben.

Und ist dieser Kauf geschehn und ergangen um 40 Gulden bares Geld der oben erwähnten Währung, daran ich, Philipps Röser, 14 Gulden und dagegen jährlich 14 Böhmische Groschen [1 Groschen = 3 Kreuzer] an dem vorher erwähnten Zins, und ich Martin Kurtz 8 Gulden und dagegen 8 Böhmisch am obigen Zins, ebenso ich, Peter Eckhardt 10 Gulden und dagegen 10 Böhmisch an obigem Zins und dann ich Hans Rudolf der Jung 8 Gulden und dagegen 8 Böhmisch an obigem Zins ausrichten soll, für das bar empfangene Geld den gedachten Herren Käufern, deren Nachkommen oder wer dessen ferner bedürftig hiermit dafür quittierend. Wenn wir oder unsere Erben demnach die oben geforderten zwei Gulden jährlich nicht auf die Zeit, wie oben steht, ausrichten oder an einigem, was in dieser Verschreibung steht, in Verzögerung bleiben, was aber nicht sein oder geschehen soll, so haben alsdann die Gemeinde-Presenz-Herren oder wer in ihrem Auftrag diese Verschreibung rechtmäßig die Erlaubnis und das volle Recht, die benannten Unterpfänder oder was daran abging, all anderes oder unserer Erben Hab und gut, nichts ausgenommen, anzugreifen, zu pfänden, zu versetzen, zu verkaufen oder selbst zu behalten und gänzlich damit zu handeln, zu tun und zu lassen, wie es ihnen gefällig ist und paßt, und zwar so lang und soviel bis ihnen für ihre ausständige Gült und das Hauptgeld samt anderen aufgelaufenen Kosten und Schäden völlig Genügen und Bezahlung geschehen und widerfahren ist.

Von dem allen soll uns und unsere Erben, auch unsere Unterpfänder, unser ander Hab und Gut nichts befrieden, fristen, befreien oder entheben, keine Gnad, keine Freiheit, kein Recht, kein Gericht, ob geistlich oder weltlich, ob gegenwärtig, oder künftig, kein sonstiges Bündnis, keine Satzung, keine Vereinigung, kein Friede, keine Tröstung, kein Geleit der Fürsten, Herren, Städte und Länder, auch kein anderer Auszug, keine Erfindung, keine List, keine Untreue, keine Sache noch eine Gefährdung, die jemand hierwider erdenken möchte.

Auf dieses alles, soll es Namen haben, wie es will, leisten wir kraft dieses Briefs Verzicht, auch auf das Recht Senatus Consilii velleiani, welches dem weiblichen Geschlecht zum Guten verordnet wurde, worüber wir oben erwähnte zwei Weiber als Mitverkäuferinnen zuvor informiert und belehrt wurden,  auch auf das Recht Gemeiner Verzeihung, das ohne ein besonderes Vorgehen nicht stattfinden soll, nur mit Widerspruch, mit Wissen und reiflicher Überlegung.

Und damit Euch dieser Zins, wie oben steht, desto richtiger und aus einer Hand entrichtet werde, so soll immer von uns oder unsern Erben ein Sämmler oder Träger unter uns erwählt und benannt werden,  und sooft einer stirbt oder abgeht, soll ein andrer an dessen Stelle gesetzt werden und bei den Herrn Käufern vorgestellt und angezeigt und daselbst auf dieser Verschreibung oder in andern Zinsbüchern verzeichnet werden.

Da das Los für das Einsammeln auf mich, den schon oben erwähnten Hans Rudolf den Jungen, gefallen ist, soll ich solchen Zins von obigem Philipps Röser, Martin Kurtz und Peter Eckhart oder deren Erben einbringen und neben meiner eigenen Gebührnisschuld den  Herren Käufern sicher zustellen, was ich bei Treu und Glauben an Eides Statt und kraft dieses Briefs verspreche.

Doch ist uns hierin günstig bewilligt und zugegeben, daß wir oben erwähnte Verkäufer oder unsere Erben alle miteinander und allezeit ihre Schuldigkeit an Zins zusammen mit der Hauptschuld, die wir, wie es oben steht, empfangen haben, nämlich ich, Philipps Röser oder meine Erben die mich betreffenden 8 Böhmisch Zins mit 8 Gulden Hauptgeld, ich, Martin Kurtz oder seine Erben, die mich betreffenden 8 Böhmisch Zins mit 8 Gulden Hauptgeld, ich, Peter Eckhardt oder meine Erben 10 Böhmisch Zins mit 10 Gulden Hauptgeld und dann ich, Hans Rudolf der Jung 8 Böhmisch Zins mit 8 Gulden Hauptgeld, wohl wieder an uns kaufen und ablösen können.

Doch sollen wir oder wer seine Schuld ablösen will allezeit den oft genannten Herrn Käufern oder deren Nachkommen ein Vierteljahr vor Weihnachten die Ablösung und den Rückkauf ankünden und anzeigen und zur gemeldeten Zeit dieselbe an oben gemeldeter Währschaft [Währung] mit besonderer Ausrichtung der verfallenen Zinsen und aufgelaufenen Unkosten mit Sicherheit leisten, alles in Verbindung, wie oben gesagt und in Kraft dieses Briefes.

Was oder von wem etwas abgelöst; wurde, das soll immer außen auf diesen Brief geschrieben werden und in den folgenden Jahren so viel an den Zinsen abgezogen werden, ob es getreulich und ohne Gefährdung [Trug].

Und zur wahren Urkund dessen haben wir obengenannte Eheleut und Verkäufer, dann mit ihnen wir, Schultheiß und Richter zu Binswangen, erkannt und bezeugt, daß die Einsetzung der Unterpfänder, die oben genannt sind, vor uns geschehen ist.

Aus Mangel einer eigenen Besiegelung haben wir mit untertänigem Fleiß den ehrwürdigen und Edlen Herrn Hans Chun von Hoheneck, Hauskomtur zu Horneckh, Deutschordens, unsern günstig gebietenden Herrn und Oberamtmann, seiner Ehrwürden, deren eigenes Insiegel öffentlich an diesen Brief gehangen hat, gebeten, daß er es bekenne, was er der fleißigen Bitte wegen auch getan hat, doch ihm, seinem Orden und seinem Ambstnachkommen allezeit ohne Schaden.

Gegeben Dienstags nach Thomä Apostoli, den 23. Dezember nach Christi Geburt 1572.

 

 

 

Thanks to Mr Erwin Weiss for transcribing this precious document. 

 

 

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