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The Game Ancestry - Second Edition - Part 1 - Chapter 4

Addendum to Chapter 4 - quoting the longer original German texts.


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Endorsement by the commanding Regimental Major:

Nachdem auf den Antrag des k.k. hochlöblichen Kriegsministeriums von Seiner Majestät dem Kaiser mittels allerhöchsten Kabinettschreibens vom 19ten v.M. die Stiftung einer kleinen silbernen Tapferkeitsmedaille genehmiget wurde, welche an muthvolle und tapfere Soldaten vom Feldwebel abwärts verliehen wird, so sieht man sich infolge dieser Stiftung angenehm verpflichtet, diesen ausgezeichneten, braven, getreuen und tapferen Feldwebel zur Betheilung mit der kleinen Tapferkeits Medaille in Vorschlag zu bringen, und bestätige daher die obbeschriebene Handlung durch unsere eigenhändige Unterfertigung.


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Die Feuertaufe des Erzherzog Franz Joseph in der Schlacht bei Santa Lucia

Erzherzog Franz Josef beobachtet, auf einer Leiter stehend, das Anrükken der Piemontesen und ist Zeuge des heldenmütigen Kampfes des 3. Bataillons des 45. Infanterie Regimentes. Cadet Zwierzina bittet, nachdem die feindlichen Geschosse dicht neben dem Erzherzog einschlagen, den Flügeladjutanten, den Erzherzog zum Verlassen der Lünette zu bewegen. Nach einiger Weigerung verließ auch dann seine kaiserliche Hoheit die Leiter und die Lünette, und eine Minute später schlug eine Kugel durch die Leiter in die Mauer.

(Das Original des Bildes ist im Besitze des Infanterie-Regimentes Nr.45 Prinz Friedrich August, Herzog zu Sachsen.)

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Feuertaufe in Sta. Lucia

Franz Josephs Feuertaufe bei Santa Lucia ist in vielen Variationen von Malern und Zeichnern gepriesen worden und brachte dem 18 jährigen Thronfolger beträchtliche Propagandawirkung ein. Begeistert von den Kämpfen Radetzkys in Oberitalien, machte sich der junge Erzherzog Ende April 1848 auf den Weg ins Hauptquartier des Feldmarschalls nach Verona und bestand, trotz vieler berechtigter Einwände Radetzkys, darauf, an den Gefechten teilzunehmen. Er erlebte am 6. Mai 1848 als (sorgfältig gehüteter) Beobachter das Gefecht bei Sta.Lucia bei Verona mit und berichtetet stolz seiner Mutter: Ich habe zum ersten Mal die Kanonenkugeln um mich pfeifen gehört und bin ganz glücklich.

Source: Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Porträtsammlung, Inv. Nr. 2598/190


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Erzherzog Sigismund 45tes Linien-Infantry Regiment 16. Compangnie bl.M. Tapferkeitszeugniß.

Bei dem Angriffe der Piemonteser auf das Dorf Santa Lúcia wurde der obigen Kompagnie die Vertheidigung der Lünette vor dem Ausgange des Gartens von Casa Rizzardi links der nach Villafranca führenden Straße anbefohlen. Nachdem der Feind gegen diesen Ort seine ganze Kraft entwickelte und bereits mit Ungestüm in die Lünette eindrang, wurde die Kompagnie gezwungen sich durch den Garten zurückzuziehen und das Haus zu besetzen; während der Feind kräftig nachdrang, wurde der Korporal Agostino Amici mit noch 2 Mann zur Verbarrikatierung des Einganges in den Garten bestimmt.

Expropriis Feldwebel Johann Zwierzina dieser Kompagnie sah aber den Korporal allein beschäftigt, sprang daher mit Entschlossenheit und Mut, die höchst belobend war, hin und legte auch Hand ans Werk.

Dieser Expropriis Feldwebel verbarrikatierte mit Hilfe des oberwähnten Korporales den Eingang des Gartens, ungeachtet dem heftigsten Feuer des Feindes, welches derselbe durch die rechts und links angebrachten Schießscharten unterhielt, und gleichzeitig auch die noch unvollendete Barrikade zu zerstören begann, trotz dem aber vollendeten diese beiden Individuen durch Unerschrockenheit und Aufopferung ihr Werk, während sich die Kompagnie zurückziehen und zur neuen Vertheidigung ordnen konnte.

Überdies noch hat dieser Exp. Feldwebel in der Lünette, und dann während dem von 9 Uhr Früh bis 5 Uhr Abend dauernden Gefechte seiner unterstehenden Mannschaft mit vieler Umsicht und Entschlossenheit geleitet, diese aufgemuntert und durch ein tapferes und muthvolles Benehmen ein besonderes gutes Beispiel gegeben.

Die Endesgefertigten bezeugen als bei diesem Gefechte persönlich gegenwärtig, das muthvolle Betragen dieses obgenannten Exp.Feldwebels durch ihre eigenhändige Unterschrift: Archduke Sigismund 45th Line Infantry Regiment 16th Company.


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Alfons Drágoni Edler von Rabenhorst: Geschichte des k. u. k. Infanterie-Regimentes Prinz Friedrich August Herzog zu Sachsen Nr.45. Von der Errichtung bis zur Gegenwart

Die Vertheidigung von S. Lucia gehört zu den hervorragendsten und denkwürdigsten Kriegstaten. Kaiserliche Prinzen nahmen an derselben theil und stritten in den Reihen der Armee für Österreichs Recht und Ehre. Der Soldat sah die ritterlichen Prinzen die Gefahren und Mühseligkeiten mit ihm theilen und erkannte, welch hohes Vertrauen das kaiserliche Haus Radetzky und seinen Truppen entgegen brachte.

In Einem dieser Prinzen, welcher auf den blutigen Feldern von S. Lucia die Feuertaufe erhielt, vergöttert die Armee ihren nunmehrigen Kaiser und Allerhöchsten Kriegsherrn Franz Josef I.

Wie bereits erwähnt, stand das 3. Battaillon auf Vorposten. Die 16. Kompagnie, in der Cdt.-Fldwbl. Johann Zwierzina eingetheilt war, hatte als Unterstützungsposten die Casa Rizzari mit Garten und vor diesem eine alte Lunette besetzt. Die Lunette lag am westlichen Ausgange von Santa Lucia an der Straße nach Villafranca vor dem westlichen Ausgange des Gartens.

Am Morgen des 6. Mai gegen 6h fielen Gewehrschüsse, Cdt.-Fldwbl. Johann Zwierzina wurde mit seinem Zuge in die Lunette beordert mit dem Auftrage, diese zu halten und im Falle des Rückzuges den Eingang zu verbarricadieren.

Der Zug war kaum einige Minuten auf seinem Posten angelangt, als seine k.k. Hoheit der Erzherzog Franz Josef in Begleitung zweier Offiziere in der Lunette erschien. Gleich darauf wurde eine Leiter gebracht, die links vom Eingange aufgestellt, sofort von dem Erzherzog bestiegen wurde, um das Anrücken der Piemontesen zu beobachten. Der Feind eröffnete bereits sein Kanonenfeuer: zuerst gegen die auf der Straße postierten zwei Geschütze, bald darauf auch gegen die Lunette. Die Kugeln giengen [sic] anfangs hoch über die Lunette hinweg, bald aber schlugen selbe in die der Straße zugekehrten Gartenmauerecke und es gewann den Anschein, als ob sich die feindlichen Geschütze gerade auf jene Stelle einschießen würden, welche Seine k.k. Hoheit sich zum Observationsposten gewählt hatte, denn die Geschosse kamen dieser Stelle immer näher, von seiner k.k. Hoheit, im Eifer des Gefechtsstudiums, gar nicht beachtet.

Cdt.-Fldwbl. Johann Zwierzina hatte begreiflicherweise seine Aufmerksamkeit getheilt; mitten in der Leitung des Feuers seiner Leute waren seine Blicke immer auch auf seine k.k. Hoheit gerichtet, die Kaltblütigkeit bewundernd, die der jugendliche Erzherzog bewies. Schließlich aber, als eine Kugel schon ungefähr zwei Klafter von der Stellung Seiner k.k. Hoheit einschlug, eilte Cdt. Zwierzina zu den beiden Herren der Begleitung und bat sie, mit Hinweis auf die Gefahr, den Erzherzog zum Verlassen der Lunette zu vermögen. Nach einiger Weigerung verließ auch dann Seine k.k. Hoheit die Leiter und Lunette und - eine Minute später schlug eine Kugel durch die Leiter in die Mauer.

(Footnote: Diese detaillierte Schilderung stammt von dem in Groß-Sieghards in Pension lebenden dermaligen Hptm. Johann Zwierzina.)


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Anna's Letter

1 November 1862,                                                       Lieber Muki !

Während dem Du ruhig Dein Nachmittagschläfchen machst schreibe ich mein großartiges Testament nämlich ich habe meine letzte und recht gebührende Bitte an meinen Vater gerichtet Dir die 2000 fl sage zwei tausend Gulden, im Falle ich sterben sollte, nach meinem Ableben als Dein Eigenthum ein zu händigen es ist leider wenig aber was mir mit Recht gebührt und Du auch gerichtlich auftreten kannst wenn man es Dir entziehen wollte, es ist noch nach der Verlassenschaft der guten Mutter, die Caution glaub ich muß liegen bleiben für die Kinder daher ich keine Verfügung darüber trefen kann wie Du ja selbst weißt mein Muki! Alles andere ist Dein Eigenthum und laß immer damit was Du für gut findest Du weißt Dein Wille war stets mein Wunsch, und auch stets glücklich an Deiner Seite war wenn wir auch trübe Augenblicke hatten so war es nicht durch Mangel an Vertrauen oder Mangel an Liebe sondern die traurigen Verhältnisse. Verzeih mir daß ich Deinen Wünschen nicht allen nachkam und meinen leichtsinnigen Charakter nicht änderte aber es ist mir nicht möglich mit bestem Willen gewesen; Du und meine Kinder ward mein Leben ich bin auch überzeugt daß Du Dich meiner freundlich wirst [erinnern] und solltest Du ein Wesen finden wo Du hoffst glücklich zu werden und meinen Kindern eine zweite gute Mutter dadurch zu finden so würde mich dieser Gedanke beruhigen und durchaus nicht wie Du stets glaubst eifersüchtig auf diejenige machen den ich bin überzeugt das es Wesen gibt die Dich viel glücklicher gemacht wie ich und daher ich Dir für Deine liebevolle Handlung trotz allem danke. Meine Kinder lege ich Dir an das Herz mein theurer Muki Gatte gebe ein glückliches Ende in unsere zerüttende [sic] Verhätnisse wozu ich so wenig thun kann, eine dauernde Gesundheit und stets eine angenehme Erinnerung an Deine Dich treu liebende Gattin.

signed:  Anna Zwierzina geborene Steinberg.


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Hofkammer - Vocabulary and Explanations

Source: From Cousin Dorritt Birman in a letter dated 11 November 1990, Dorli Birman to Felix Game reporting on her visit to the Hofkammerarchiv, and there speaking with a Dr. Sapper on my behalf (Dorli wrote in Geman, translations are my own).

The file found about Johann Zwierzina (born 1972) was located in the Finanzministerium, Abteilung II - Camerale.

Amtschreiber: Clerk in the civil service.
Bankale: Record of funds taken in by the Administration (Aufzeichnungen über Einnahmen der Verwaltung).
Camerale: Record of funds paid out by the Administration (Aufzeichnungen über Ausgaben der Verwaltung). Cameralgefällenverwaltung: Administration of Expenses occurring (Verwaltung der Ausgaben die so anfallen).
Fonds: A group of files (Gruppe von Akten)
Hofkammer was what today is called the Finanzministerium (Ministry of Finance). This new name exists since 1848.

Cousin Dorli suggests that if I want to find out more, I will have to address myself to the Czech archives:

Archivní správa CSR
Obráncu míru 133
Praha 6 CS
16000


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Der "Brünner Todesmarsch" 1945

Zwei Töchter meines Großvaters Johann Nepomuk Zwierzina und seiner dritten Gemahlin Helene Franziska Gottlieb (1749-1888) hatten, laut Erzählungen meiner Cousine Ida Birman, Gebrechen die es ermöglichten daß sie als Pfleglinge in einer Anstalt in Brünn untergracht wurden. Die Ältere war Melanie Zwierzina (geb.1878), die angeblich an Epilepsie leidete, die jüngere warValerie (1884-1945) ein hübsches Mädchen das aber angeblich einen Klumpfuß hatte.

Über Melanie habe ich keine Information und muß annehmen, ja hoffen, daß sie schon vor 1945 gestorben ist. Es ist aber höchst wahrscheinlich, daß Valerie, damals 61 Jahre alt, Opfer der Vertreibungen wurde und gezwungen wurde am Brünner Todeschmarsch Teil zu nehmen. Sie muß eine starke Person gewesen sein, denn trotz ihres Klumpfußes erreichte sie Wien und suchte ihre 60 jährige Schwester Hedwig auf. Valerie muß in sehr schlechtem Zustand gewesen sein, denn Ihr name wurde auf einem Grabstein gefunden und obwohl kein genaues Datum angegeben ist, das Jahr ist 1945 und es kann angenommen werden daß sie mit Tausenden am Ende Mai 1945 den Todesmarsch anfing, durch ein Wunder in Wien ankam und bald danach starb.

Reference: Der "Brünner Todesmarsch" 1945. Die Vertreibung und Mißhandlung der Deutschen aus Brünn. Eine Dukumentation. - Zusammengestellt von Hanns Hertl, Erich Pillwein, Helmut Schneider, Karl Walter Ziegler. - 3. Auflage 2000 ISBN 3-00-002588-9


Document last changed: 6 Mai 2007