Search billions of records on Ancestry.com
   


 
  Translate with BabelFish  / Traduisez avec BabelFish
 

 

- 1 -


  FAMILIENCHRONIK

D E T T W E I L E R

HAFTELHOFENER HAUPTSTAMM

(bayer. Linie)
 
 
 
 

zusammengestellt von Hermann Dettweiler

Oberpfaffenhofen bei Weßling/Obb.

1963


  überarbeitet und ergänzt von Ernst Dettweiler und

Dr. Günther Dettweiler, 8011 Aschheim, Römerstr. 32,

Tel. 089/9031694

1988


 
 
  - 2 -


  VORWORT

Träger des Namens Dettweiler leben heute vornehmlich in Bayern, Hessen, Pfalz, Saarland, Norddeutschland, Elsaß, Frankreich und in den USA. Ziemlich sicher kann man annehmen, daß diese allesamt Nachfahren von den aus der Schweiz in der Zeit um 1700 vertriebenen Trägern unseres Namens sind. Im nordwestlichen Teil der Schweiz trifft man heute noch ziemlich oft auf unseren Namen, allerdings in einer etwas anderen Schreibweise wie Dätwiler, Thedwiler, Detwiler, Dättwyler usw. Auf Zusammenhänge mit unserer Familie kann man hier wohl ziemlich sicher schließen, wenn es auch kaum möglich sein wird, dazu einen zweifelsfreien Nachweis zu erbringen.

Nach Geheimrat Prof. Dr. Friedrich Dettweiler ist die Familie Dettweiler alemannischen Ursprungs, hervorgegangen aus dem Stamm der Juthungen, der als erster Zweig der Germanen um 405 - 407 den Aargau in der Schweiz besiedelt hat. Dabei dürfte einem unserer Vorfahren mit dem Namen Dedo oder Deto (Personennamen) bzw. dessen Sippe ein größerer Hof ("Dinghof") mit zwei Nebenhöfen zugeteilt worden sein, der dann die Bezeichnung "Dättwyl" erhalten hat. Die Stammsilbe DET geht auf das Wort ZIU zurück (die Juthungen nannten sich Ziuwaren = Ziusöhne, allmählich abgewandelt in Tiut, Teut,Teo, Tet, Diet usw.). Die Endsilbe WIL ist gleichfalls alemannischen Ursprungs.

Dättwyl bedeutet also die Ansiedlung von Angehörigen der Teutsippe. Alle Träger des Namens Dettweiler, Dätwyler, Thetwyler, Dattwiler usw. gehen auf den Hof Dättwyl im Aargau zurück, einem Freibauernhof (Edelhof) mit Richtstätte. Der Hof ging in späterer Zeit infolge politischer Umwälzungen verloren; die Sippe der Dättwyler blieb in der Nähe, und zwar im Berner Gebiet, in Schöftland, bei Zofingen und im Säget.

Einzelne Träger unseres Namens in der Schweiz haben sich der in der Zeit der Reformation entstandenen Glaubensbewegung der Täufer (später zuerst in Deutschland "Mennoniten" genannt) angeschlossen, wurden deswegen in der Folgezeit in schwerster Weise verfolgt, sind unter diesem Druck gegen Ende des 17. und anfangs des 18 Jahrhunderts ausgewandert bzw. ausgewiesen worden und haben im Elsaß, in der Kurpfalz und in angrenzenden Gebieten eine neue Heimat gefunden. Dort waren einige Grundherren tolerant genug, um die Vertriebenen auf ihren zum Teil wenig bevölkerten Besitzungen anzusiedeln.


 
 
  - 3 -
 

Von den Vorgängen in der damaligen Zeit haben wir bis heute fast keine Kunde; sicher steht lediglich fest, dass Elias Dettweiler 1735 und Johannes Dettweiler 1738 auf der Burg von Riedselz bei Weißenburg im Elsaß geboren sind und deren Eltern damals dort ansässig waren. Ersterer ist der Begründer des Haftelhofener Hauptstammes (bayerische Linie), letzterer der Begründer des Kindenheimer Hauptstammes (rheinhessische Linie) der Familie Dettweiler.

Wie die Vorfahren unserer Familie, so sind damals die Vorfahren wohl fast aller ursprünglich in Süddeutschland ansässigen Mennoniten aus der Schweiz eingewandert (zuerst in die Kurpfalz und in angrenzende Gebiete). So wissen wir, daß sich dort 1671 etwa 700 Berner Täufer niedergelassen haben, denen 1711 weitere 295 Personen gefolgt sind. Die Tatsache, daß Heiraten ausschließlich innerhalb dieses Personenkreises erfolgten, ist Beweis für die Zugehörigkeit auch unserer Vorfahren zur Gemeinschaft der Schweizer Täufer (Mennoniten).

Auch heute noch gehören die meisten Mitglieder unserer Familie der Religionsgemeinschaft der Mennoniten an, einige sind evangelisch, wenige katholisch.

Eine größere, wohl zusammenhängende Gruppe von Trägern unseres Namens ist in Saarbrücken und Umgebung anzutreffen. Wie diese Gruppe mit unserem Stamm zusammenhängt (eine Verbindung besteht wohl sicher), konnte bis heute noch nicht geklärt werden. Vermutlich sind unter den Einwanderern aus der Schweiz mehrere Träger unseres Namens gewesen, die sich dann an verschiedenen Plätzen der Kurpfalz und der angrenzenden Gebiete niedergelassen haben. Möglicherweise haben sich einzelne von diesen schon sehr frühzeitig einem anderen Glaubensbekenntnis zugewandt, was zu einer Abtrennung von den anderen Familien weitgehend beigetragen haben dürfte. Die Vorfahren der Saarbrücker Linie sind wahrscheinlich z.Zt. der Auswanderung aus der Schweiz reformierten Bekenntnisses gewesen. Deswegen sind diesbezügliche Hinweise in Kirchenbüchern noch vorhanden. Näheres siehe Aufzeichnungen von dortigen Familienforschern, so Hans Dettweiler, 5902 Netphen 1. Dies gilt auch für Träger unseres Namens in Saarbrücken und Umgebung, sowie in Frankreich und den USA,

Ein weiterer Zweig von Trägern unseres Familiennamens ist in Berlin und Umgebung anzutreffen. Die Ansiedlung dort ist etwa zur selben Zeit erfolgt, im wesentlichen wohl aus wirtschaftlichen Gründen.

Ferner kann angenommen werden, daß der Vater der oben genannten beiden Brüder ELIAS und JOHANNES noch mehr Söhne gehabt hat, die Begründer heute abgesonderter Nachkommenschaften gewesen sind.


 
 
  - 4 -
 

Leider sind einige Kirchenbücher aus der der Einwanderung folgenden Zeit verlorengegangen; aus der vorausgegangenen Zeit fehlen aus erklärlichen Gründen jegliche Aufzeichnungen, so daß Nachweise über Verbindungen In der Stammfolge, insbesondere zu unseren Vorfahren in der Schweiz, wohl nie einwandfrei erbracht werden können.

Die Angaben in dieser Familienchronik sind da und dort noch lückenhaft, ja manchmal vielleicht sogar fehlerhaft; ich hoffe und wünsche sehr, daß sich wieder einmal jemand findet, der weitere Nachforschungen und Aufzeichnungen tätigt. Möge diese Stammtafel den Familiensinn und den Zusammenhalt fördern; möge sie aber auch alle Nachkommenden mahnen:

Seid der Väter wert!

Hermann Dettweiler


 
 
Unser Vater hat bis zu seinem Tode 1984 an einem Korrekturexemplar gearbeitet. Die dort gemachten Eintragungen sind von mir eingearbeitet und, soweit weitere Daten zu erhalten waren, Ergänzungen gemacht worden. Diese hat vor allem Ernst durch seine umfangreichen Recherchen eingebracht. Dafür sei ihm hier sehr herzlich gedankt.

Günther Dettweiler


    Translate with BabelFish  / Traduisez avec BabelFish