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Unsere Deutsche Wurzeln - Our German Roots
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FESTSCHRIFT ZUR GENERAL-KIRCHENVISITATION 1928:

Teil 1. Begrüßungsschreiben, Das Evangelium im Strehlener Lande, Das Gemeinschaftsfest auf dem Rummelsberge.
Teil 2. Arnsdorf, Crummendorf, Eisenberg, Friedersdorf, Großburg, Hussinetz,
Teil 3. Lorenzberg/ Jäschkittel, Markt-Bohrau, Nieder-Rosen, Olbendorf, Prieborn, Riegersdorf,
Teil 4. Ruppersdorf, Schönbrunn, Schreibendorf, Steinkirche, Strehlen, Türpitz.

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Die evangelischen Kirchgemeinden des Strehlener Kreises.

Kirchspiel/Parish Kr. Strehlen: Türpitz, Wilme
Türpitz früher Kr. Münsterberg, ab 1932 
Kr. Strehlen: Algersdorf, Berzdorf, Pleßguth

Türpitz.

Von P. Feist, Türpitz.

Türpitz hat vermutlich bald nach Gründung des Orts gegen Ende des 13. Jahrhunderts eine Kirche erhalten. Jedenfalls ist sie bereits im Jahre 1335 nachweisbar. Die Reformation wurde in Türpitz durch die evangelischen Czirne schon früh eingeführt, und seit 1534 ist unsere Kirche ohne Unterbrechung evangelisch geblieben. Auch in der Zeit der Gegenreformation konnte Türpitz unbehindert am evangelischen Bekenntnis festhalten.

Über die Bauart des ersten hiesigen Kirchengebäudes wissen wir nichts; jedenfalls stand bereits im 15. Jahrhundert eine im spätgotischen Stile erbaute massive Kirche an derselben Stelle, wo heute unser Gotteshaus steht. Von diesem mittelalterlichen Bauwerk sind die Umfassungsmauern noch heute in unserer Kirche zum Teil erhalten; das jetzige Hauptportal in der Eingangshalle steht schon 500 Jahre und länger an seinem Platz, und auch die Strebepfeiler am Altarraum und Langhaus reden von alter Zeit.

Evanglische Kirche in TürpitzOb die alte Kirche einen Turm gehabt hat, ist unbekannt; jedenfalls ist am 4. Mai 1705 das niedrige vermorschte Kirchdach abgebrochen und auf viereckigem gemauertem Unterbau ein Turm aus Holz neu aufgeführt worden. Das Turmdach wurde mit tannenen Schindeln gedeckt und am 4. Juni 1705 ein vergoldeter Turmknopf mit einer ebenfalls vergoldeten Wetterfahne mit dem von Trachschen Wappen und der Jahreszahl 1705 aufgesetzt. Die Wetterfahne ist auch heute noch erhalten.

Am 9. Juni 1789 wurde der Turmknopf zum Zwecke der Reparatur abgenommen und am 11. Juni desselben Jahres wieder hinaufgebracht, nachdem eine neue Urkunde zu den zwei vorgefundenen vom Jahre 1705 und 1755 in die Blechhülle gelegt worden war. Der ganze Turm wurde sodann abgeputzt. Wenige Jahre darauf wurde unsere alte Kirche ein Raub der Flammen.

Nach voraufgegangener langer Trockenheit zog am Abend des 24. Mai 1800, einem Sonnabend, ein Gewitter über unser Dorf herauf Gegen 8 1/2 Uhr schlug der Blitz in den Pferdestall der Pfarrei und setzte dessen Dach in Brand. Bei der leichten Bauart der damaligen Hauser fand das Feuer reichliche Nahrung; in kurzer Zeit stand nicht nur der Pfarrhof, sondern auch mehrere andere Gehöfte in Flammen, deren man nicht mehr Herr wurde. Aus einer Besitzung flog ein Stück brennenden Specks auf das Schindeldach der Kirche, und bald ging diese in Flammen auf. Außer Pfarrhof und Kirche brannten in wenigen Stunden sechs Bauernhöfe, eine Freigärtner- und eine Hofgärtnerstelle, die Schule, die Baderei sowie sämtliche Wirtschaftsgebäude und Stallungen des Dominiums bis auf die Mauern nieder. Bei diesem Brande wurden auch alle alten Kirchenbücher und Pfarrakten von den Flammen verzehrt.— Der Wiederaufbau des Dorfes wurde bald in Angriff genommen. Nach Wiederherstellung von Pfarre und Schule wurde auch mit dem Kirchbau begonnen. Die Außenmauern der alten Kirche wurden, soweit sie erhalten geblieben, für die neue mit verwendet. Das oben erwähnte Spitzbogenportal aus dem 15. Jahrhundert, an der Südseite der Kirche, hatte den Brand überdauert. Während des Kirchbaues hielt Pastor Selbstherr denn sonntäglichen Gottesdienst in der geräumigen Stube des Kretschams ab. Rüstig schritt der Kirchbau vorwärts. Am 23. September 1801 wurde der Turmknopf auf den Kirchturm aufgezogen, und am 1. November 1801 konnte schon der erste Gottesdienst in der neuen Kirche gefeiert werden. Oberkonsistorialrat Superintendent Jany aus Strehlen, der von 1774 bis 1778 Pastor in Türpitz gewesen war, hielt die Weiherede.

Der hundertjährige Gedenktag der Wiedereinweihung der Kirche nach dem großen Brande wurde nach vorangegangener gründlicher Renovation am 1. November 1901 durch einen Festgottesdienst feierlich begangen.

Am 7. Mai 1823 wurde das Pfarrhaus von einem Brande heimgesucht, welchem der betagte Pastor Benjamin Gottlob Selbstherr zum Opfer fiel.

Später wurde unsere Kirche noch einmal hart betroffen: Bei einem Gewitter in den frühen Morgenstunden des 31. Mai 1913 schlug der Blitz in unsern Kirchturm ein, glücklicherweise ohne zu zünden. Er richtete aber im Innern der Kirche bedeutenden Schaden an.

Anstelle der im Kriege abgegebenen großen Glocke wurde im Jahre 1921 eine neue Bronzeglocke in derselben Größe beschafft, die am 18. Dezember 1921 zum erstenmal im feierlichen Gottesdienst gelautet wurde. Zu Ehren der gefallenen Krieger der Kirchengemeinde Türpitz wurde am 16. Oktober 1921 im Sonntag-Gottesdienst eine denktafel enthüllt.

Die Seelenzahl der Kirchengemeinde beträgt z. Zt. 538. Zur Kirchengemeinde gehören außer Türpitz die Ortschaften Algersdorf, Berzdorf und Pleßguth, sämtlich im Kreise Münsterberg (Diaspora) gelegen, sowie das Gut Wilme, Kreis Strehlen. Die Bevölkerung treibt fast durchweg Landwirtschaft. Das Patronat ruht auf dem Rittergut Türpitz das Kompatronat auf dem Gut Wilme.

Zur kirchlichen Gemeindevertretung gehören z Zt. 6 Älteste- und 12 Gemeindevertreter. 


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