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Unsere Deutsche Wurzeln - Our German Roots
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FESTSCHRIFT ZUR GENERAL-KIRCHENVISITATION 1928:

Teil 1. Begrüßungsschreiben, Das Evangelium im Strehlener Lande, Das Gemeinschaftsfest auf dem Rummelsberge.
Teil 2. Arnsdorf, Crummendorf, Eisenberg, Friedersdorf, Großburg, Hussinetz,
Teil 3. Lorenzberg/ Jäschkittel, Markt-Bohrau, Nieder-Rosen, Olbendorf, Prieborn, Riegersdorf,
Teil 4. Ruppersdorf, Schönbrunn, Schreibendorf, Steinkirche, Strehlen, Türpitz.

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Die evangelischen Kirchgemeinden des Strehlener Kreises. 

Kirchspiel/Parish Prieborn
Prieborn

Prieborn.

Von P. Schroeter, Prieborn.

Wann die alte Kirche, die vor der jetzigen hier gestanden hat, erbaut worden ist, läßt sich nicht feststellen, wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der erste evangelische Pfarrer war Christophorus Fisch aus Münsterberg, der von 1534 bis 1572 in Prieborn wirkte. Dann war das Prieborner Pastorat etwa bis Ende des 17. Jahrhunderts mit dem von Türpitz verbunden. Die Pfarrer in dieser Zeit waren Vincentius, Fisch, Doeblin, Günther, Christoph Rausendorf, Christian Rausendorf, Dietrich. Steiner, Uber. Vom 1. Februar 1690 bis 8. Dezember 1707 wurde die Kirche der katholischen Religionsübung zugewiesen; am letztgenannten Tage hielt der Pfarrer von Schönbrunn nach fast 18 Jahren hier wieder die erste evangelische Predigt. Danach war Prieborn pfarramtlich mit Crummendorf verbunden; die Pfarrer dieser Zeit bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts heißen: Waltsgott, Brinke, Berger, Göde. Dann nach Aufhebung der Verbindung mit Crummendorf war Röhricht Pfarrer von Prieborn. Nach ihm amtierten hier als Pfarrer: 1803—1813 Fischer, unter dem 1807 eine Kriegskontribution von 175 Talern aus der Kirchenkasse bezahlt werden mußte, Seeliger bis 1832, Ouvrier bis 1857, Schumann bis 1863, Richter bis 1890, Horn bis 1917, Schroeter bis jetzt.

Aus der neueren Zeit vor Erbauung der jetzigen Kirche sei folgendes erwähnt: Die Kriegsjahre 1866 und 1870—71 berührten Prieborn wenig. Der Sieger von Nachod und Skalitz, Generalfeldmarschall von Steinmetz, lag bei seinem Aufmarsch nach Böhmen mit seinem Stabe eine Nacht hier im Schloß im Quartier. Den acht Gefallenen dieser Feldzüge setzte die Gemeinde das von Bildhauer Kehrmann in Strehlen aus Prieborner Marmor gearbeitete Denkmal am Westende des Dorfes. Die vier auf dem Sockel des Denkmals ruhenden Bomben sind ein Geschenk des Kaisers Wilhelm 1. aus dem Artillerie-Depot der Festung Glatz. Die Leiche des in der Schacht bei Mars la Tour am 16. August 1870 gefallenen Majors von Hertell wurde von seinem Jugendfreund, dem hiesigen Amtsrat von Schoenermarck hierher gebracht und ruht auf unserem Friedhof. Eine schwere Heimsuchung brachte die Cholera 1866 und 1873. Es erlagen ihr hier 50 Menschen. Der Kirchhof mußte deshalb 1866 vergrößert werden durch Zuhilfenahme des Schulgartens.

Evang. Kirche zu Prieborn Die jetzige Kirche wurde 1880—81 erbaut und am 17. November 1881 eingeweiht. Der Pietät und dem Altertumssinn des damaliger Pfarrers, Superintendent Richter, ist es zu danken, daß in die neue Kirche aus der alten folgende wertvolle Grab- und Baudenkmäler eingemauert sind: Sechs Grabsteine des alten, in Prieborn als Herren ansässig gewesenen Rittergeschlechts von Czirn aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit den Flachbildern der Verstorbenen, leider übertüncht. Ferner ein Epitaph für die Familie Czirn, Aufbau aus Sandstein, etwa aus den siebziger Jahren des 16. Jahrhunderts, zweiachsig, bekrönt von dreiteiligem, um die Stützen verkröpftem Gebälk. Der Fries zeigt treffliches, stark vortretendes Ornament. Das schöne Konsolgesims trägt ein stichbogenförmig umrahmtes Feld mit einer Darstellung der Himmelfahrt Christi als Flachbild, während die Mittelfelder den Sündenfall und die Auferstehung und der untere Fries kleinere Darstellungen aus der biblischen Geschichte vorführt. Inschrift übertüncht. Ferner ein weiteres Epitaph für die Familie Czirn, etwa gleichzeitig mit dem vorigen, aus Sandstein. Sehr starke Reliefs: Kreuzigung Christi, Schlangenerhöhung des Moses, Opferung Isaaks, Aufbau von einem Pelikan bekrönt. Schließlich noch ein sehr schöner Altaraufbau aus Holz in reichen Renaissanceformen aus der 2.Hälfte des 16.Jahrhunderts.

Der Altar der jetzigen Kirche ist aus Prieborner Marmor. Aus der neuesten Geschichte ist folgendes hervorzuheben: Am 30. April 1922 Sonntag Misericordias Domini, wurde zum ersten Mal wieder die volle Orgel in Gebrauch genommen, nachdem die im Kriege beschlagnahmten Prospektpfeifen ersetzt worden waren. Am Sonnabend, den 24. Juli 1926, wurden die beiden neuen Bronzeglocken (die größere fis mit der Inschrift: „Kommt, es ist alles bereit", die kleinere a mit der Inschrift: „Herr, mach uns frei!") feierlich durch einen Gottesdienst eingeweiht. Die Gemeinde hat nun wieder ein schönes Dreigeläut. Die Kosten der neuen Glocken, rund 4000 Mark, sind zum größten Teil durch freiwillige Gaben aus allen Ständen der Gemeinde aufgebracht worden.

Patron der Gemeinde ist die Charité in Berlin. Die Gemeinde, die nur den einen Ort Prieborn mit der Kolonie Siebenhufen umfaßt, hat rund 700 Seelen; landwirtschaftliche Bevölkerung mit starkem industriellen (Steinbrucharbeiter) und geringem Beamten-Einschlag (Postamt und Eisenbahn). Es besteht ein Jungfrauenverein mit 15 Mitgliedern. Neben den Evangelischen wohnen im Ort rund 300 Katholiken, 35 Altlutheraner und 6 Sektierer.


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